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Berichterstattergespräch: „Gedenkort“ Tiergartenstraße 4

Am Freitag, den 16.12.2011, dem letzten Arbeitstages des Parlamentes in diesem Jahr, fand im Bundestag ein Fachgespräch mit den Direktoren der Stiftungen „Topographie des Terrors“ und „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ sowie Vertretern von Opferverbänden zum Thema „Gedenkort“ Tiergartenstraße 4 statt. Die Fraktionen waren mit ihren Berichterstattern vertreten, für die CDU/CSU Marco Wanderwitz, für die FDP Lars Lindemann, für die SPD Wolfgang Thierse, für Bündnis90/Die Grünen Claudia Roth und ich selbst für DIE LINKE.

Hintergrund: Seit dem 07. November 2011 gibt es einen verabschiedeten Antrag der Fraktionen CDU/CSU, FDP, SPD und Bündnis90/Die Grünen „Gedenkort für die Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde“ einen Gedenkort für die Opfer der „Euthanasie“ am historischen Ort in der Mitte Berlins in der Tiergartenstraße 4 zu schaffen. Wir haben zu diesem Antrag einen Änderungsantrag eingebracht, mit dem wir uns dezidiert für einen Informations- und Erinnerungsort einsetzen, weil uns die Argumente aller Fachleute überzeugt haben, die eben kein Denkmal, sondern einen Informationsort wollen. Genau das war auch die übereinstimmende Botschaft bei diesem Berichterstatter-Gespräch.

Margret Hamm, Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft der Zwangssterilisierten und „Euthanasie“-Geschädigten: „T4 muss ein Ort der Information werden, an dem sich pädagogische Arbeit leisten läßt.“

Prof. Dr. Frank Schneider, Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde ( DGPPN ): „Es sollte kein Denkmal sein, sondern ein Informationsort.“

Uwe Neumärker, Stiftung „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“: „Ein Ort in Berlin, Täter-Ort und Erinnerungsort, der Ort des einzigen systematischen Massenmordes auf deutschem Boden, der darüber hinaus auch eine europäische Dimension hat, deren Ausmaß wir heute überhaupt noch nicht kennen.“

Dr. Andreas Nachama, Stiftung Topographie des Terrors: „Es muss ein Ort der Aufklärung sein – so viel Information wie möglich.“

Dies ist die Aufgabe, die wir als Abgeordnete nun übernehmen müssen. Im Antrag der anderen Fraktionen heißt es: „Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, einen vom Land Berlin auszuschreibenden Ideenwettbewerb zur Umgestaltung des Areals Tiergartenstraße 4, bei dem Betroffene und Verbände mit eingebunden werden, unterstützend zu begleiten.“

Einfach wird das nicht sein, weil 500.000 Euro für die Gestaltung sehr wenig Geld sind, um ein Gebäude – und sei es noch so einfach – zu errichten, unter der Erde oder über der Erde, in dem der von allen geforderte Informationsauftrag erfüllt werden kann.

Letzter Arbeitstag 2011 – schwierige Aufgabe für 2012!

So sieht es zur Zeit an der Tiergartenstraße 4 aus.

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