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Letzten Montag in der 3sat-“Kulturzeit“:

„Der große Kulturcheck“: DIE LINKE

Die Sendung „Kulturzeit“ auf 3sat nimmt in der Serie „Der große Kulturcheck“ die Programme der sechs wichtigsten Parteien unter die Lupe. Wie sieht ihr Kulturbegriff aus, welche kulturellen Schwerpunkte wollen sie setzen? Im 4. Teil ging es am Montag um unsere Partei  – hierfür wurde ich interviewt.

Ein Schwerpunkt sind Kinder. Wir treten dafür ein, dass es Zugang zur Kultur in all ihren Facetten, von früh auf an für jedes Kind geben muss. Weil wir finden, wenn das nicht stattfindet, werden Menschen so schmal erzogen und ausgebildet, dass sie eigentlich nicht als volle Persönlichkeiten ins Leben kommen und insofern auch eine Demokratie gar nicht stützen können.

DIE LINKE sorgt sich also um die Zukunft. Auch um die der Künstler?

Damit die Künstlersozialkasse leisten kann was sie leisten soll für die Kreativen in unserem Land, müssen die Unternehmen kontrolliert werden. Anders geht das ja nicht. Ich meine, in diesem Katalog der Negativa, wie es Kreativen in unserem Land geht, ist die Künstlersozialkasse ja einer der wenigen Leuchttürme und positiven Beispiele. Und daran festzuhalten ist Politik, die wir immer vertreten haben.

Das alles kostet Geld. Geben wir hierzulande eigentlich genug für die Kultur aus?

Ich finde es allmählich kaum mehr hinnehmbar, wenn wir über die Milliardenbeträge diskutieren, die bei uns mit einem Federstrich und in Nachtsitzungen genehmigt werden, dass wir immer noch sagen: Ja, aber diese 50.000 Euro für ein Theaterprojekt oder für ein Museumsprojekt sind nicht finanzierbar. Wo sind wir denn eigentlich? Es kommt auf die Definition an. Ist Kultur Daseinsvorsorge in unserem Land? Dann müssen wir diese Kultur auch finanzieren können. Und wir dürfen nicht diesen Kannibalismus fördern: Die großen Theater gegen die kleinen. Die Oper gegen die Büchereien. Die Museen gegen die Ausstellungsmacher der freien Szene.

Vielleicht könnte sich um diese Daseinsvorsorge ja ein Bundeskulturminister kümmern, oder?

Ich finde, wir brauchen einen Kulturminister mit Ressort, mit eigenem Ministerium, der am Kabinettstisch sitzt, gleichberechtigt mit seinen Kolleginnen und Kollegen. Und insofern auch eine Zusammenführung der Auswärtigen Kulturpolitik, die jetzt beim Außenministerium liegt, und der nationalen, inneren Kulturpolitik, die beim Staatsminister für Kultur liegt.

Brauchen wir da nicht auch ein Staatsziel Kultur, um unser Kulturplansoll zu erfüllen?

Staatsziel Kultur – warum haben wir das nicht längst in unserer Verfassung? Noch niemand konnte mir erklären, wieso ein Land wie die Schweiz – ein Bundesstaat, noch viel föderaler organisiert als die Bundesrepublik Deutschland – das Staatsziel Kultur in seine neue Verfassung aufgenommen hat. Warum ist das bei uns nicht ein wichtiges Thema? Warum wird uns gesagt: jetzt warten wir erst einmal ab, es geht auch anders. Warum gehen wir von diesen grundsätzlichen Bekenntnissen zur Kultur immer wieder weg?

DIE LINKE will also: