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Reise mit der Deutsch-Italienischen Parlamentariergruppe nach Italien

27. bis 30. April 2009 – Programm

Tagebuch aus Neapel I, 28. April:

Der gestrige Tag in Neapel hatte viele Höhepunkte: Die Visite im Goethe-Institut, einem alten Palazzo von unvorstellbarer Pracht, in dem auch Benedetto Croce gelebt hat. Die Leiterin, Dr. Maria Morese hat ihr vorzügliches Deutsch in Jena gelernt, ihre Assistentin war auch in Thüringen. Ausstellungen, Filmveranstaltungen, Lesungen waren hier stets voll. „Die Leute suchen Werte, Anhaltspunkte in einer chaotischen Stadt“ sagt sie. Nun wird das Goethe Institut leider drastisch verkleinert, gewissermaßen zu einer Außenstelle von Rom – und raus aus dem morbiden Palazzo muss es auch. weiterlesen

Tagebuch aus Neapel II, 29. April:

Der Stadtrat von Neapel hat den Haushalt verabschiedet. Die Mitte-Links-Regierung kann „vorläufig“ weitermachen.
Das Gespräch mit dem Oberstaatsanwalt Lepore fand in einer Hochhaus-Vorstadt statt, in den 90er Jahren erbaut in der Nachbarschaft des berühmt-berüchtigten Gefängnisses. Sein Büro im 8. Stock eines grauen Beton-Elefanten mit Schießscharten statt Fenstern im Treppenhaus. Mit „tausend Clans“ hat es die Staatsanwaltschaft zu tun. Die meisten „Häupter“ dieser Clans sitzen ein oder sind auf der Flucht. Trotzdem gelingt es ihnen unvermindert ihre „Firmen“ zu steuern, auch aus dem Knast und trotz besonderer Haftbedingungen, doppelter, dreifacher Überwachung, Kontaktsperren etc. Lepore sagt: „Nicht die Morde“ sind unser Problem. Die meisten Täter finden wir und sie werden auch verurteilt – zu hohen Strafen. Aber das ganze System, seine übrigen Machenschaften haben wir nicht im Griff. weiterlesen

Tagebuch aus Rom, 30. April:

Aus Rom nicht viel Neues. Außer, dass Parlamentspräsident Fini aus der faschistischen Partei kommend, nun als der elegante, gelassene Hausherr und Hüter der Demokratie uns in seinen „Privatgemächern“ im Parlament empfängt: Europäisch orientiert, der deutsch-italienisch-parlamentarischen Zusammenarbeit zugewandt, lächelnd und mit großzügiger Gastgeberschaft. Bella Italia!
Die Antimafiakommission des Parlaments überrascht mit ihrer Schlussfolgerung, dass Austrocknen der Steueroasen und bessere Instrumente zur Vermögenseinziehung, die einzig wirksamen Mafiabekämpfungsmittel seien.

Zitat: „Die Mafiosi haben keine Angst vor dem Gefängnis, daraus richten sie sich ein – nur der Verlust ihres Geldes ist das, was schmerzt.“