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Tagebuch, 22./23. September 2013

Die dritte Kraft

Wie ein Sturm ist die CDU übers Land gezogen und hat Zustimmung erfahren wie lange nicht mehr. Angela Merkel ist in ihrem Zenit. Wer sie in der Wahlnacht 2005 erlebt hat: unsicher zunächst, aber dann das Heft in die Hand nehmend… Wer sie in der Wahlnacht 2009 erlebt hat: ganz und gar sicher geworden, von der Last des Partners SPD befreit…
Der hat gestern eine strahlende Regentin erlebt, die in ihrem Zenit steht. Allerdings: Zenit bedeutet auch immer: höher geht es nicht – und die Gefahr, dass sich auf dieser Höhe nicht zu halten ist, besteht auch.
Wir sind nun drittstärkste Fraktion, können wahrscheinlich im Reichstag in den Fraktionssaal der FDP umziehen, in einen der Türme der Festung Demokratie.

Aber: das Niveau, vom dem aus das alles berechnet wird, ist niedrig – 311 CDU/CSU-Parlamentarier sitzen auf der „rechten Seite“ des Hohen Hauses – und wir sind ein kleiner gewordener Trupp. Wir haben viel verloren – im Vergleich zu 2009, fast ein Viertel der Wähler – und nicht mehr Nichtwähler mobilisieren können .
Das finde ich besonders bedauernswert.
Jetzt gilt vor allem: Arbeit als Opposition meistern – zurück zur Parole von 2005: Links wirkt – gerade auch aus der Opposition. Neue Themen setzen und Themen neu setzen – zum Beispiel in Auseinandersetzung mit der AfD, die gerade im Osten und unter jungen Leuten so viel Zustimmung erfahren hat. Unsere Haltung zu Europa und zum Euro müssen wir präzisieren. Das scheint mir die erste und wichtigste Aufgabe.

Das sind erste Gedanken nach der Wahl – nicht mehr.
Weitere kommen – hoffentlich – noch.