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Kultur für Kinder

Kultur ist Lebensmittel!

WORTLAUT meiner Rede bei der Ständigen Kulturpolitischen Konferenz am Freitag in Berlin:

Ich beginne mit einem fast 100 Jahre alten Text:

„Wir müssen uns abgewöhnen und aufhören, die Kultur als enzyklopädisches Wissen zu verstehen, wobei der Mensch nur als ein Gefäß gesehen wird, das mit empirischen Daten angefüllt und vollgepfropft werden muss, mit nackten und zusammenhanglosen Fakten, die er dann in seinem Gehirn wie in den Abschnitten eines Wörterbuchs rubrizieren muss […]. Wirkliche Kultur ist etwas völlig anderes. Kultur ist Disziplinierung des eigenen inneren Ichs, Inbesitznahme der eigenen Persönlichkeit und die Erlangung eines höheren Bewusstseins, mit dem man dazu kommt, den eigenen historischen Wert zu verstehen, die eigene Funktion im Leben, die eigenen Rechte und Pflichten.“

Antonio Gramsci hat diesen Text geschrieben, 1916 in Grido del popolo.

Langsam setzt sich bei vielen die Erkenntnis durch, dass die politische Arbeit für die Kultur kein Elfenbeinturm-Unternehmen ist – sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe quer über alle politischen Fachgebiete: das Soziale, die Gerechtigkeit, das Weiterkommen der nächsten Generation – unsere Identität – das alles ist auch eine kulturelle Frage.

Wer sind wir? Wer wollen wir sein? Wofür wollen wir uns einsetzen?
Gutes Leben – geht nicht ohne Kultur. Aufarbeitung der Vergangenheit, Denken in die Zukunft, globale Kommunikation… alles hat mit Kultur zu tun, die immer im Dreischritt gedacht werden sollte: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft! Und eine Partei, die keine kulturelle Identität schafft, wird sich auf Dauer in der Gesellschaft nicht halten.

Wir kommen auf diese Welt – lebensunfähig, wenn wir keine Nahrung bekommen. Diese Nahrung müssen uns die Eltern geben und die Gemeinschaft/Gesellschaft, in die wir hineingeboren worden sind: Essen und Trinken, sonst verhungern und verdursten wir, aber auch andere Nahrung: für unser Gehirn, für die fünf Sinne, für das Bewusstsein, früher auch Seele genannt. Also: Wörter, Bilder, Töne, Bewegungsanreize, Stimulation zum aufrechten Gang. Vielfache Nahrung.

Als „Nourishment“, hat Shakespeare sie bezeichnet und auch beim Namen genannt: „Culture is nourishment“ – Lebensmittel Kultur.
Das brauchen Kinder von Anfang an. Wer es ihnen verweigert, lässt sie hungrig und durstig aufwachsen, verkümmern, verwahrlosen. Eine Menschenrechtsverletzung! Deshalb muss die Forderung lauten: Kultur für alle – von Anfang an.

Was ist unsere Realität in diesem reichen Land?
Zunächst drei Zahlen, damit wir wissen, worum es geht: weiterlesen …


Premierenwochenende der Theaterclubs des THEATER AN DER PARKAUE

Am Sonnabend und Sonntag gehörte das THEATER AN DER PARKAUE den Theaterclubs.
Rund 70 Kinder und Jugendliche haben sich in der laufenden Spielzeit mit unterschiedlichen Themen und theatralen Darstellungsformen beschäftigt. In den fünf Theaterclubs sind skurrile, packende, komische und zuweilen auch tragische Szenen entwickelt worden. Zu erleben war nun ein Premierenfeuerwerk auf zwei Bühnen. Diese Kinder- und Jugendarbeit kann das Theater nicht allein aus seinem Etat finanzieren und ist dringend auf Unterstützung angewiesen. Deshalb habe ich Theaterclub 4 mit einer Spende von 1500 Euro unterstützt.

Szenenfoto

Gespielt wurden Stadtgeschichten, die die acht Jugendlichen selbst aufgeschrieben haben. Eine großartige Sammlung von Beobachtungen, Mutmaßungen, Abrechnungen und Liebeserklärungen an Berlin. Die Leitung hatte Kristina Stang.

Nach der Aufführung

Bei dem Gespräch nach der Vorstellung fragte ich, ob die Akteure Interesse hätten später beruflich als Schauspieler zu arbeiten. Da gab es eine bestürzende Antwort: „Liebend gern – es wäre ein Traum, aber NEIN!“ Wieso nein, fragte ich. „Weil man in diesem Beruf einfach so wenig Geld verdient, dass man keine Familie gründen und ein akzeptables Leben führen kann.“


Was man mit einer Diätenerhöhung alles machen kann / Teil 3

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Und auch in diesem Jahr unterstützte ich mit 1.500,- € meiner zusätzlichen Diät (siehe ‚Zu meiner Person‘ und ‚Kultur für Kinder‘) ein konkretes Projekt des Kinder- und Jugendtheaters an der Parkaue in Berlin – den Jugendkongress MACHT UND INSZENIERUNG am 11. Juli 2009, 14 bis 20 Uhr, in Zusammenarbeit mit Studierenden der Alice Salomon Hochschule.

parkaue

In verschiedenen Workshops und Referaten ging es um Wahlkämpfe und ihre Kandidaten, um das Faken von Medienberichten, Aktionen im öffentlichen Raum… um die Beeinflussung der Menschen.

Mehr Informationen und das Programm hier (PDF) und auf www.parkaue.de.


Was man mit einer Diätenerhöhung alles machen kann / Teil 2

1500,- € meiner zusätzlichen Diät erhielt der Förderverein des Kinder- und Jugendtheaters an der Parkaue in Berlin als Zusatzförderung für ein spezielles Kinder-Kulturprojekt. Die Spende kam dem Projetkt „Bahnhof Lichtenberg“, genauer dem Abschlussfest am 4./5. Juli zugute.

Mit meiner Spende ermöglichte ich die szenische Lesung „Intercity“ am 4. Juli und eine Lesung von Schülerinnen und Schülern am 5. Juli, die im Rahmen dieses Festes am Berliner Bahnhof Lichtenberg stattfanden.

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Was man mit einer Diätenerhöhung alles machen kann / Teil 1

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Am 9. Juni 2008 überreichte ich dem Förderverein „Studio Bildende Kunst im Lindenau-Museum Altenburg“ einen symbolischen Spenden-Scheck. Alle Mitglieder der Linksfraktion hatten beschlossen, die Mehreinnahmen der ab Januar 2008 wirksamen Diäten-Erhöhung zu spenden. Ich unterstütze mit 150,- € jeden Monat die Arbeit des Altenburger Vereins, der gerade Kindern und Jugendlichen durch eine Vielzahl kreativer Kurse einen Zugang zu Kunst und Kultur ermöglicht.

Kinder brauchen in ihrem unmittelbaren Umfeld Malschulen, Museen und Kunsthandwerkstätten als ständige Erfahrung. Kultur für Kinder, überall und von Anfang an.
Mehr Informationen zu dem Studio Bildende Kunst HIER auf der offiziellen Homepage. Und ein weiteres Foto unter „Weiterlesen“.
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Brandenburg/Havel: KULTURELLE BILDUNG

Auf den Anfang kommt es an – Was vermag kulturelle Bildung

Am 7. Juni war ich auf der ersten Elternkonferenz in Brandenburg an der Havel zu Gast, veranstaltet von der Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie „Sonnensegel“ e.V. Ich diskutierte mit Dr. Margit Spielmann; Ralf Kletsch, Landeselternrat Brandenburg; Dr. Gobst, Jugendamt der Stadt Brandenburg und Matthias Frohl, Galerie Sonnensegel über die Kulturelle Bildung und damit auch über kulturelle Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft. Lesen Sie nachfolgend den Artikel darüber in der „Märkischen Allgemeine“ vom 9. Juni.
BILDUNG: Elternkonferenz ohne Eltern

Die Stadt schickt nur Grußworte

Während der ersten Elternkonferenz der Jugendkunstschule Sonnensegel präsentierten die Podiumsteilnehmer Argumente zur Wertschätzung kultureller Bildung. Zahlreiche Pädagogen verfolgten die Debatte – allein die Eltern waren nicht zu sehen. Der Tagungsort „Gertrud von Saldern“, im neuen interkulturellen Zentrum am Gotthardtkirchplatz, zeigt sich am Sonnabend zu zwei Drittel leer. Der Aufruf „Kulturelle Bildung für ALLE“ von Armin Schubert verpufft am heißen Sommertag. Da nutzt selbst die Anwesenheit des renommierten Reformpädagogen Otto Herz nichts.

„Die Aktivität der Eltern ist positiver Bestandteil in der Erziehung“, sagt Herz und stellt als oberstes Ziel für kulturelle Bildung die Kooperation zwischen Eltern und Schule. Denn wenn positive Aktivität von Erwachsenen auf Kinder Einfluss ausüben würde, dann werde auch Depression auf den Nachwuchs übertragen. Deswegen fordert Herz von Pädagogen und Bildungspolitik die Einbindung der Eltern.

Im Zentrum der kulturellen Bildung steht die „Mutmacherzeit“, Kinder bis sechs Jahre. „Die Wirkungsmacht von Fernseher, Internet und DVD ist enorm“, bestätigt die linke Bundestagsabgeordnete und frühere ARD-Korrespondentin Luc Jochimsen, „die Überreizung durch Medien und die Nicht-Kommunikation ist in die Privatsphäre der Menschen eingedrungen“. Hier soll Bildung helfen, Kultur- und Kunstverständnis globales Wissen vermitteln. Und mit dieser soziale Fähigkeiten und Toleranz schulen. „Durch Bildung kommt Wohlstand“, sagt Schubert.

In den nächsten Tagen wird der Gründer der Sonnensegelgalerie darüber nachdenken müssen, wie es zu einer Elternkonferenz ohne Eltern kommen konnte. Die Reaktion der Stadtverwaltung auf die Debatte lässt allerdings seine Halsschlagader erst richtig anwachsen. „Nicht nur dass kein Vertreter der Jugend- oder Kulturverwaltung an der Elternkonferenz teilnahm“, beobachtete er. Auch dass der Konferenz zwei „Wort für Wort identisch abgeschriebene Grußwörter aus der Stadtspitze“ verlesen werden mussten. Diese Geringschätzung könnte er aber nun als Vorlage für ein Kunstprojekt entwickeln.

Von Ilia Castellanos


„Ein Netz für Kinder“ sofort überarbeiten

Im Rahmen des von der Bundesregierung gemeinsam mit der Industrie initiierten Projektes „Ein Netz für Kinder“ hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende November auch die Suchmaschine „fragFINN“ freigeschaltet. Dort soll ein „geschützter, speziell für Kinder geeigneter Suchraum“ geschaffen werden. Weitere Angebote sind in Vorbereitung. Was die Regierung allerdings verheimlicht hat: „Ein Netz für Kinder“ soll gezielte „kindgerechte“ Werbung enthalten

und zudem sollen die kleinen Nutzerinnen und Nutzer gleich mit Bezahlangeboten geködert werden.

Dazu erklären Lukrezia Jochimsen, kulturpolitische Sprecherin, Diana Golze, kinder- und jugendpolitische Sprecherin, und Lothar Bisky, medienpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Bundestag:

Das Projekt „Ein Netz für Kinder“ ist kein für Kinder geeigneter und geschützter virtueller Raum. Die Kinder werden vielmehr den Interessen der Werbeindustrie als hilflose Opfer ausgeliefert. Der Betrieb dieses Angebotes sollte erst nach gründlicher Überarbeitung fortgesetzt werden. Werbung und Bezahlangebote sind nicht mit Kinderschutz vereinbar.

Werbung darf kein automatisierter Teil unseres Lebens sein, schon gar nicht für Kinder.


Das Kulturforum der LINKEN tagte

 Am 30. November und 1. Dezember tagte das Kulturforum der LINKEN – Thema: Kulturelle Bildung. Für alle. Von Anfang an. Über die Tagung mit Luc Jochimsen berichtete ND-Feuilletonchef Hanno Harnisch:

Auf der großen Bühne werden Produkte präsentiert von künstlerischer Arbeit. Sie fallen entweder durch beim Publikum oder treiben es zu höchstem Entzücken und massenhaftem Besuch. Doch das, was an Kunst gezeigt werden kann, muss zuvor einen exakten und fantasievollen Arbeitsprozess durchlaufen. Das Können aller Beteiligten wird auf einer Probebühne so lange studiert, bis es in die Öffentlichkeit kann, ja muss. Insofern sind Probebühnen auch ein idealer Ort für für den Austausch zwischen Politik und Kultur, mit dem klaren Ziel, Ergebnisse zu erlangen, die es ohne dieses Aufenandertreffen nicht gegeben hätte. Es muss ja nicht gleich ein Kunstwerk sein.

Die Bundestagsfraktion der LINKEN hatte sich an diesem Wochenende bezeichnenderweise wieder eine Probebühne ausgesucht für die Tagung ihres Kulturforums. Künstler treffen auf Politiker. Das hat schon ein paar Mal ganz gut funktioniert. Vor etlichen Jahren auf der Probebühne des Berliner Ensembles, dann – nach langer, langer Pause – im vergangenen Jahr in der Neuen Bühne Senftenberg. Und am vergangenen Wochenende auf der Probebühne des Theaters an der Parkaue. Das Thema war so konkret wie vielseitig und ehrgeizig: Kulturelle Bildung. Für Alle. Von Anfang an. weiterlesen …


Kulturelle Bildung. Für alle. Von Anfang an.

Die Bundestagsfraktion DIE LINKE. veranstaltet am 30. November im Theater an der Parkaue in Berlin-Lichtenberg und am 1. Dezember 2007 im Theaterhaus Mitte ein Kulturforum. Dazu erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Deutschen Bundestag Luc Jochimsen
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Bundestagsabgeordnete unterstützen "Aktion Schutzengel"

CodeLuc Jochimsen wirbt in Berlin für Aktion Schutzengel „222 x 10“: Das katholische Hilfswerk missio sucht bundesweit 400.001 Menschen, die mit einem Foto (links: Für Großdarstellung anklicken!) ihrer Empörung über Kinderprostitution, Sextourismus, Mädchen- und Frauenhandel Ausdruck verleihen.

Mit der vom Weltladen Betzdorf ins Leben gerufenen „Aktion Schutzengel“ wird die Arbeit von missio unterstützt. Diese Aktion ist eine besondere Herausforderung.
222 Abgeordnete aus dem Deutschen Bundestag sollen je 10 Menschen gewinnen die sich für „Schutzengel“ fotografieren lassen. Aus den anderen Fraktionen wird die Aktion unterstützt von: Dorothee Bär (CDU/CSU), Ulrike Höfken (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Elke Hoff (FDP), Rita Pawelski (CDU/CSU) und Sabine Bätzing (SPD).


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