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Presse

Statement zum Tod Margaret Thatchers

Unter der Überschrift „Kalte Kriegerin und Schrecken der Gewerkschaften – die Eiserne Lady ist tot“ befasst sich auch die Thüringer Allgemeine heute mit diesem Thema. Mit Hauptstadtkorrespondent Wolfgang Suckert sprach ich darüber, was sich wie folgt in der Zeitung widerspiegelt:

„Die Thüringer Bundestagsabgeordnete Luc Jochimsen (Linke) erlebte Thatcher als ARD-Korrespondentin in London. ‚Mit ihr war ein neues Zeitalter in Großbritannien angebrochen‘, erinnert sich Jochimsen im Gespräch mit unserer Zeitung. ‚1985 wurde nach anderthalb Jahren der Bergarbeiterstreik von der Regierung gebrochen. Damit ging dort die Zeit des sozialen Ausgleichs zu Ende, in der Konsens zwischen den einzelnen Bevölkerungsschichten auf der Tagesordnung stand‘, so Jochimsen. Eine Politik, die für Jochimsen nicht nur Großbritannien, sondern ganz Europa beeinflusste.“


Sonntag im „Tagesspiegel“: Meine Bilanz

Unter dieser Überschrift gibt der „Tagesspiegel“ in seiner Sonntagsausgabe einigen Bundestagsabgeordneten, die bei der Bundestagswahl im Herbst nicht mehr kandidieren, die Gelegenheit für eine persönliche Bilanz: „Im Herbst wird wieder ein Bundestag gewählt. Der Wechsel kommt – unter den Abgeordneten. Jeder sechste tritt nicht mehr an. Zeit für einige Abschiedsstücke.“ Hier mein Text:

Als MdB eine Spätberufene. Kam erst mit 69 Jahren ins Parlament. Zuvor bekannte Fernsehjournalistin, zuletzt Chefredakteurin beim Hessischen Rundfunk. Persönlicher Erfolgsmoment: 126 Stimmen im 1. Wahlgang der Bundespräsidentenwahl 2010.

Unauslöschlich, wie die Geschichte schon anfing: 18. September 2005.
Ich stehe im Erfurter Wahlquartier mitten im Jubel. 8,7 % für die Linke! Im Fernsehen die sogenannte „Elefantenrunde“. Zu erleben wie Bundeskanzler Schröder die Kontrolle über sich verliert, über seine Gesichtszüge, über sein Lachen, über seine Gesten, über seine Worte…
Sturz aus der Macht. Und dies zu erleben in einem Moment, in dem feststeht, dass ich Mitglied des Bundestages sein werde. Ich, das alte journalistische Schlachtross. Sehe ich dieses öffentliche Schauspiel einer Abwahl immer noch mit meinen „journalistischen“ Augen oder schon mit „politischen“?
Der Machtwechsel in dieser Nacht war der Ausgangspunkt für unsere politische Arbeit – und wir waren der Ausgangspunkt für diesen Wechsel.

Die journalistische Beobachtung der parlamentarischen Arbeit konnte ich nie aufgeben – ich hatte zu handeln oder war Teil einer Gruppe, die zu handeln hatte, gleichzeitig aber beobachtete ich mich dabei und die anderen.
Zum Beispiel genau vier Wochen später in diesem denkwürdigen Jahr 2005:
Am 18. Oktober, als sich das Parlament konstituierte und die Wahl des Präsidiums anstand. Neben dem Präsidenten sollten sechs Vize-Präsidenten gewählt werden. Es gab klare Absprachen. Wir hatten Lothar Bisky nominiert – ohne Einwände der anderen Fraktionen. Wie abgemacht, stimmten wir für die anderen Kandidaten. Als Lothar Bisky an der Reihe war, bekam er keine Mehrheit. Im 1. Wahlgang nicht, im 2. Wahlgang nicht, im 3. Wahlgang nicht. Dann wurde diese Kür vertagt.
„Unwählbar“ war die Botschaft an uns, die von 4,1 Millionen Wählern ins Parlament gesandte Fraktion.
Über alle Fassungslosigkeit und Ohnmacht beherrschte mich das Gefühl: So viel Ablehnung hat ihren Grund. Die Mehrheit der anderen im „Hohen Haus“ fühlt sich bedroht von uns – insofern ist es genau richtig, dass wir hier sind und uns einmischen.
Dennoch: Gut ist vor allem, wenn wir funktionsübergreifend arbeiten können. Das war bei der Patientenverfügung so, bei der Beschneidungsdebatte…
Wenn ich im Protokoll den Schlusssatz meiner Rede dann so kommentiert nachlese: „Beifall des ganzen Hauses“ – dann ist das mehr als ein persönlicher Erfolg. Deshalb einen ungebetenen Rat an die Parlamentarier 2013 folgende:
Fraktionsübergreifend Politik machen! Soviel es geht!

Weitere „Abschiedsstücke“ von: Ursula Heinen-Esser (CDU/CSU), Elke Hoff (FDP), Petra Merkel (SPD), Kerstin Müller (Grüne), Franz Müntefering (SPD), Ruprecht Polenz (CDU/CSU), Wolfgang Thierse (SPD), Wolfgang Wieland (Grüne)


TA: Mein Statement zu Zypern

Unter der Überschrift „Zypern hofft auf Russland, Erdgas und die Kirche“ berichtet die Thüringer Allgemeine in ihrer Ausgabe vom Donnerstag darüber, dass die zyprische Regierung nach dem Nein zum Euro-Rettungspaket „einmal mehr Hilfe in Moskau“ sucht.
Die Zeitung bat einige Thüringer Abgeordnete um ein kurzes Statement zu Zypern und dem Nein zur Zwangsabgabe für Sparer, die in einem extra Kasten veröffentlicht wurden:

Luc Jochimsen (Linke)
„Das Vorgehen, dass in einem Land Kleinsparer und jeder, der Geld auf einer Bank hat, zu Zwangssteuern herangezogen werden kann, finde ich skandalös. Wieder einmal traut man sich nicht, die Banken selbst und ihre Großanleger und zockenden Gläubiger in die Verantwortung zu nehmen.“

Außerdem wurden Antje Tillmann (CDU), Cartsen Schneider (SPD) und Patrick Kurth (FDP) befragt.


BBC-Beitrag zur „Negerlein“-Debatte

Am vergangenen Wochenende strahlte BBC World einen Fernsehbeitrag von Stephen Evans, Berlin-Korrespondent der BBC, über die Debatte zur Korrektur von Kinderbüchern, die diskriminierende Begriffe enthalten, aus. Im Interview vor einigen Wochen fragte er mich, ob das Wort „Neger“ oder „Nigger“ aus den Büchern verschwinden und ersetzt werden soll durch Begriffe, die heute politisch korrekt sind? Das habe ich verneint. Ich vertrete den Standpunkt, dass man einen Text nur verstehen kann im Zusammenhang mit der Zeit, dem Umfeld aus dem heraus er kreiert wurde. Im Beitrag werde ich so zitiert: „Man darf nicht damit beginnen, geschriebenen Text zu entfernen und zu ändern. Ich denke, dass das Gehirnwäsche ist, die zu keinem besseren Verständnis führt.“


BBC-Interview zur „Negerlein“-Debatte

Heute kam Stephen Evans, Berlin-Korrespondent der BBC ins Büro, um einen Fernseh- und Radiobeitrag aufzunehmen über die Debatte zur Korrektur von Kinderbüchern, die diskriminierende Begriffe enthalten.
Soll das Wort „Neger“ oder „Nigger“ aus den Büchern verschwinden und ersetzt werden durch Begriffe, die heute politisch korrekt sind?

Ich habe das verneint. Ich vertrete den Standpunkt, dass man einen Text nur verstehen kann im Zusammenhang mit der Zeit, dem Umfeld aus dem heraus er kreiert wurde. Was nicht heißt, dass man in historischen Büchern nicht Erklärungen einfügen kann, die diese Zusammenhänge eben deutlich machen. Und was auch nicht heißt, dass zeitgenössische Autoren, sollten sie ihre Texte selbst ändern wollen, diese natürlich ändern können. Aber Autoren, die nicht mehr leben, deren Bücher sollte man nicht „säubern“.


Berlinale START

… und die Frage nach dem deutschen Film

Den Auftakt gab gestern bei der Eröffnung die chinesische Groß-Produktion „The Grandmaster“ von Wong Kar-Wai vor, Einblick in eine ganz und gar fremde Welt und ihre Traditionen.
Heute Abend sehe ich einen der deutsch-sprachigen Filme des Wettbewerbs: „Paradies: Hoffnung“, dritter Teil einer außergewöhnlichen Trilogie über „Liebe, Glaube, Hoffnung“ von Ulrich Seid. Deutsch-sprachiger Film, denn Seidl ist Österreicher.

Was ist mit den deutschen Filmen? Immer wieder wird diese Frage vom Festival-Publikum gestellt. Wir warten auf Thomas Arslans „Gold“, werden sehen.

Meine Einschätzung, etwas generalisiert, lässt sich heute in der ND-Kolumne „Fragwürdig“ nachlesen. Das Interview führte Thomas Blum.


6. Februar: Interview in der „Thüringischen Landeszeitung“ – geführt von Gerlinde Sommer, der stellvertretenden Chefredakteurin

…………
Weimar
. Zeit für den Ruhestand: Mit dem Ende der jetzigen Legislatur wird Luc Jochimsen aus dem Bundestag ausscheiden. Die am 1. März 1936 in Nürnberg geborene Frau hat ein bewegtes Leben geführt: Sie erlebte als Kind die Nazizeit, ging in den frühen Jahren der Bundesrepublik als Schülerin für ein Jahr in die USA, begann früh journalistisch zu arbeiten. So verdiente sie ihr erstes eigenes Geld und wurde schließlich zu einer anerkannten Korrespondentin und Führungskraft im Fernsehen, ehe am Ende ihrer beruflichen Laufbahn eine ganz neue Herausforderung auf sie wartete: Politikerin, Spezialgebiet Kultur. Zudem trat sie 2010 als Bundespräsidentschaftskandidatin  an. Im TLZ-Gespräch blickt sie auf ihr Engagement in beiden Bereichen zurück.

War es für Sie immer  klar, dass Sie Journalistin werden wollten?

Ja. Und meine  Mutter erzählt mir später, dass ich mich schon als Dreijährige mit der Zeitung in den Sessel gesetzt habe, um den Vater beim Lesen nachzuahmen. Meist hielt ich die Zeitung falsch herum und las vermeintlich vor: Phantasiegeschichten oder was ich aufgeschnappt hatte. Aber der Berufswunsch selbst hat mit meinen Schlussfolgerungen aus der Nazizeit zu tun: Schon  als junges Mädchen dachte ich, dass die Propaganda von Goebbels und die gleichgeschaltete Presse wichtige Erklärungen dafür  waren, warum das deutsche Volk dem Diktator Hitler derart gefolgt war. In der  Nachkriegszeit war zum Aufbau der Demokratie daher guter Journalismus außerordentlich wichtig – und dazu bedurfte es Journalisten, die der Wahrheit und Information verpflichtet waren.

Und wie sind Sie in den Beruf gestartet?

Ich habe Soziologie, Geschichte und Philosophie studiert, weil ich das als bestes Rüstzeug für den journalistischen Beruf hielt. Zugleich machte ich viel für den Hörfunk des NDR: Vor allem Feature, oft 30 Minuten und länger. Nach meiner Promotion hätte ich sofort als Betriebssoziologin sehr hoch dotiert beispielsweise in Dortmund anfangen können. Aber das kam für mich nicht infrage.

Und wie fanden Sie den Einstieg in den Journalismus?

Schon als 16-jährige Schülerin habe ich für die Jugendzeitung „Junges Europa“ in Frankfurt/Main geschrieben. Der europäische Gedanke war damals sehr wichtig: Wir, eine Gruppe deutscher und französischer Jugendlicher,  sind deshalb auch an die Grenzen gefahren und haben Schlagbäume hochgehoben. Darüber habe ich auch geschrieben – und somit früh Geld verdient, das ich vor allem für Reisen ausgab. Damals habe ich bereits  für die „Frankfurter Neue Presse“ und den Hessischen Rundfunk gearbeitet.

Diese Europabegeisterung über Länder- und politische Grenzen hinweg erklärt sich wohl aus der nachwirkenden Kriegserfahrung, oder?

Ja – und aus der Sehnsucht nach anhaltendem Frieden. Der Europagedanke einte uns.

Und was trennte die deutsche Jugend damals? weiterlesen …


„Umbrüche – Umzüge“

Unter diesem Titel berichtete die Thüringische Landeszeitung in Weimar am Samstag über unseren Neujahrsempfang. Über mich wird darin geschrieben: „Die Bundestagsabgeordnete Luc Jochimsen wird sich aus dem Parlament zurückziehen. Zu einer vorläufigen Bilanz ihrer Arbeit wollte sie beim Empfang noch nichts sagen. Dieser diene vor allem Ironie, Heiterkeit und Gelassenheit, sagte sie.“ Den gesamten Artikel können Sie links nachlesen.

In der Thüringer Allgemeine war unter der Überschrift „Tapetenwechsel für Zimmer“ außerdem zu lesen: „Mit Schauspieler Peter Sodann reflektierte Jochimsen dann beider Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten 2009 bzw. 2010. Jochimsen beantwortete dabei ironisch die Frage, was man tun muss, um nicht zum Präsidenten gewählt zu werden: ’sich von der Linken aufstellen lassen‘.“


„Dürfen ‚Negerlein‘ noch ‚Negerlein‘ heißen?“

Mit dieser Frage beschäftigte sich auch die „Saarbrücker Zeitung“ in ihrer Ausgabe vom Freitag, 18. Januar:

„Um Sprache und Inhalte von Märchen und Kinderbüchern ist ein heftiger Streit entbrannt. Verlage wollen strittige Passagen glätten und der Moderne anpassen. Das ruft nun sogar den Bundestag auf den Plan“.

Redakteur Hagen Strauß fragte gestern bei uns Kulturpolitikern im Bundestag nach, was wir von den Ankündigungen einiger Verlage halten. Ihm sagte ich, dass ich es für falsch halte, die Sprache der Autoren, die nicht mehr leben, zu verändern. Wie auch die FDP bin ich dafür, dass sich der Kulturausschuss mit diesem Thema befassen sollte. In dem Artikel heißt es auch:

„Die Linke Luc Jochimsen erinnert sich an ihre eigene Dissertation: Ihre Arbeit habe 1961 den Titel getragen ‚Zigeuner heute‘. Damals sei das Wort ‚Zigeuner‘ kein kritisierter Begriff gewesen und von jedem benutzt worden, so Jochimsen. ‚Ich würde diesen Titel nie umformulieren.‘“

Lesen Sie auch:

„Kulturpolitiker gegen Veränderung von Kinderbüchern“
Hamburger Abendblatt, 18.01.2013

„Kulturpolitiker sprechen sich gegen Änderungen aus“
stern.de, 19.01.2013


Dienstag im Deutschlandfunk

Unter dem Titel „Dran bleiben oder Platz machen“ ging es am Dienstag in der Sendung „Hintergrund“ des Deutschlandfunk um Altersgrenzen in der Politik: „In Bayern dürfen hauptamtliche Bürgermeister und Landräte nicht mehr kandidieren, wenn sie das Pensionsalter von 65 Jahren erreicht haben. Im Bundestag gibt es zwar keine Altersobergrenze, doch nur ein Prozent aller Parlamentarier ist über 70 Jahre alt.“ Die Redakteurin Susanne Arlt sprach vorab mit mir, was sich im Beitrag wiefolgt wieder spiegelt:

Luc Jochimsen von der Linkspartei ist nur vier Monate jünger als Heinz Riesenhuber. Es hätte sie gereizt, als Alterspräsidentin die erste Rede im neu gewählten Bundestag zu halten, gibt die 76-Jährige offen zu. Für Jochimsen ist das Alter kein Kriterium, um in einem Parlament gute Arbeit zu leisten.

„Ich halte es für wichtig, dass ein Bundestagsabgeordneter nachweisen müsste, dass er einen Beruf ausgeübt hat über einige Jahre. Also das wäre mir viel sinnstiftender und demokratischer als nur aufs Alter zu gucken.“

Dass sie nicht mehr kandidiert, hat parteipolitische Gründe. Hätte man sie gebeten, vermutlich hätte sie ja gesagt. Fit genug fühlt sie sich auf jeden Fall. Ihre Ärzte haben ihr geraten, weiterzumachen. Frühzeitig hätte Luc Jochimsen den Bundestagsjob nur aus einem einzigen Grund aufgegeben:

„Wenn ich das Gefühl gehabt hätte, meine Konzentrationsfähigkeit lässt nach oder meine Redefähigkeit lässt nach oder auch einfach die Müdigkeit übermannt mich, dass ich diesen Vierzehn- bis Sechzehnstundentag nicht mehr bewältigen kann. Diese Signale habe ich sehr klar überprüft.“


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