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Veranstaltungen

Zu Gast in Worpswede

Am Samstag besuchte ich gemeinsam mit meinem Fraktionskollegen Herbert Behrens die Große Kunstschau und die Worpsweder Kunsthalle. Am Nachmittag diskutierten wir in einem „Werkstattgespräch“ mit Vertretern der Worpsweder Kulturszene.


Die Kulturwirtschaft boomt. Doch nur ein Bruchteil der Gewinne landet bei den Kreativen, viele leben am Existenzminimum. Die Kreativen in unserem Land geraten in eine gefährliche Situation, konstatierte ich im Werkstattgespräch. Die ohnehin miserable Bezahlung sinkt weiter. Junge Leute in der Kreativwirtschaft werden häufig ausgepresst und mit 40 in die Wüste geschickt. Das jährliche Durchschnittseinkommen liegt bei 14.140 Euro. Zum Vergleich: Ein junger Automobilbauer verdient 23.000 Euro im Jahr.

Der Worpsweder Maler und Landesvorsitzende des Niedersächsischen Bundes Bildender Künstler (BBK), Erhard Kalina, mahnte die Umsetzung der 2007 von Deutschland ratifizierten UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt an. Da steckt auch für mich der Schlüssel staatlicher Verantwortung, stimmte ich ihm zu. Deutschland ist eine Kulturnation. Dazu sollte sich die Politik bekennen. Anstelle des im Kanzleramt angesiedelten Staatsministers für Kultur fordert unsere Fraktion ein Kulturministerium. Zudem muss das „Staatsziel Kultur“ im Grundgesetz verankert werden. Dass dieses möglich ist, zeigen andere europäische Staaten wie Spanien, Polen und die Schweiz. Dort hat es einen Bewusstseinswandel gegeben, nachdem der Kultur Verfassungsrang eingeräumt worden ist.

Laut Kalina gibt es einen „unwahrscheinlich großen Strauß an Fehlentwicklungen“, etwa beim Folgerecht, dem Urheberrecht, der Umsatzsteuer oder der Förderung. „Bildende Künstler fallen aus dem ganzen Förderprogramm heraus.“ Die fehlende Finanzierung „macht es schwierig oder unmöglich, zu experimentieren oder etwas Neues zu versuchen“. Viele Künstler lebten in „Selbstausbeutung“, könnten kaum fürs Alter vorsorgen und ihre Ateliers nicht halten.

Diskutiert wurde zudem, wie in der Bevölkerung größeres Interesse für Kunst und Kultur geweckt werden könnte. Ich meinte, dass das nur über Kinder und Jugendliche geht. Wenn man Kindern nicht mehr Worte und Geschichten gibt, dann vergreift man sich an ihrer Entwicklung. Derzeit werden Fächer wie Kunst und Musik in den Schulen reduziert und es gibt keine Kompensation im außerschulischen Bereich. Das Worpsweder Gemeinderatsmitglied Hans Ganten regte Initiativen von Unternehmen an, um auch Erwachsene für Kultur zu begeistern. Denkbar seien Besuche der Belegschaft von Museen oder Konzerten.

Am Vormittag hatten wir uns vom Vorsitzenden des Kuratoriums der Kulturstiftung des Landeskreises, Karl-Heinz Marg, in der Großen Kunstschau die Entwicklung des Ensembles an der Bergstraße erläutern lassen. Anschließend führte die Geschäftsführerin der Stiftung, Karen Hammer, durch die aktuelle Ausstellung mit Werken zum Paula-Modersohn-Becker-Kunstpreis.
Beim Besuch in der Worpsweder Kunsthalle ließen wir uns von Susanna Böhme-Netzel durch die Ausstellung mit Werken der New Yorker Künstlerin Josephine Meckseper führen.


6. September 2012: Zeitzeugengespräch in Hildesheim

Am Ende der Veranstaltung in Hildesheim ein Foto zur Erinnerung. Die Kinder von damals – vom Wohnwagenplatz an der Lademühle in Hildesheim – sind heute selbstbewusste Männer: das Leben für die Sinti ist ganz anders geworden.

Karl Kreitz, Rudolf Laubinger und Oskar "Jonny" Franz (v.l.)

„Fremd im eigenen Land – Sinti und Roma in Niedersachsen nach dem Holocaust“ – Gespräch mit Zeitzeugen in Hildesheim

Im Sommer 1960 arbeitete ich zwei Monate lang als Praktikantin auf dem Wohnwagenplatz der Sinti in Hildesheim, um durch Beobachtungen und Befragungen Material für meine Dissertation bei dem Soziologen Helmut Schelsky zu sammeln – 1963 erschien sie unter dem Titel „Zigeuner heute. Untersuchung einer Außenseitergruppe in einer deutschen Mittelstadt“. Am Donnerstag kehrte ich nun für eine Diskussionsveranstaltung nach Hildesheim zurück, um mit anderen Zeitzeugen – Sinti, die damals als Kinder auf dem Platz lebten – zu sprechen.
Hier die Ankündigung zur Veranstaltung

Der Verein für Geschichte und Leben der Sinti und Roma in Niedersachsen e.V., der mich zu dieser Veranstaltung eingeladen hat, ist auch für die Wanderausstellung  „Fremd im eigenen Land. Sinti und Roma in Niedersachsen nach dem Holocaust“ verantwortlich, die seit 2009 durch Niedersachsen tourt. Nach der Befreiung von der NS-Herrschaft 1945 kehrten wenig tausend überlebende deutsche Sinti und Roma in eine Gesellschaft zurück, die ihre ablehnende Haltung gegenüber den „Zigeunern“ kaum geändert hatte. Wo und wie sich die Sinti und Roma ansiedelten, unter was für Umständen sich das Alltagsleben vollzog, was von ihrer reichen Kultur gerettet werden konnte – solchen und weiteren Fragen geht die Ausstellung mit Bildern und Dokumenten nach.

Anfang des Jahres erschien ein Katalog zur Ausstellung, der erweiterte Texte und zusätzliche Bilder enthält. In der Einleitung heißt es:

„Die stärkste Erweiterung erfuhr das nun recht umfangreich gewordene Kapitel über die Gemeinschaft der Sinti in Hildesheim. Zwei Gründe waren dafür ausschlaggebend: Einmal lag mit der Dissertation von Lukrezia Jochimsen eine einmalige soziologische Untersuchung über die Bewohner des Hildesheimer Wohnwagenplatzes im Jahr 1960 vor; zum anderen können aufgrund des Hildesheimer Materials exemplarisch die von der Mehrheitsgesellschaft unterstützten Versuche der Integration der Sinti durch Schulversuche und Wohnprojekte untersucht werden, die es so oder ähnlich auch in anderen niedersächsischen Städten gab.“

Und in dem besagten Kapitel „Regionale Schwerpunkte: Hildesheim“ wird u.a. wie folgt auf meine Dissertation eingegangen:

„Da für Jochimsen der niedere Bildungsgrad das Haupthindernis für die Integration der Randgruppe darstellt, sie andererseits konstatiert, dass bei der in Wohnungen im Barackenlager lebenden Gruppe alle schulpflichtigen Kinder die Schule oder den Kindergarten besuchen, liegt für sie die Schlussfolgerung auf der Hand: Um die Integration zu fördern, muss das Ghettoleben der Sinti im Wohnwagenlager beendet werden. Nach ihrer Analyse beruhte das bisherige Scheitern der Integration der Sinti in der Gesamtgesellschaft auf einem ‚Circulus vitiosus aus Anpassungsschwäche (von seiten der Zigeuner) und Vorurteil (von seiten der Umwelt)‘. Die dominierenden Anpassungsschwächen der Sinti sind nach ihrer Untersuchung ‚nicht die Kriminalität oder der Wandertrieb, nicht alte Nicht-Seßhaften-Tradition oder bewußte Anti-Sozialität, sondern Analphabetentum und völliger Mangel an beruflicher Ausbildung‘. Dem widerspricht auf der Seite der Mehrheitsgesellschaft das stereotyp fixierte Bild des ‚Wohnwagenlagerzigeuners‘ als einer Gruppe von ‚aus fremden Ländern hier eingewanderte(n), andersrassige(n) Nomaden mit stark negativen Außenseitermerkmalen‘ – eben den genannten Stereotypen Kriminalität, Asozialität, ewiger Wandertrieb und Faulheit. Der Vorurteilscharakter dieses allgemeinen Zigeunerbildes kommt besonders dadurch zum Ausdruck, dass es – wie die von Jochimsen zusätzlich durchgeführte Befragung von 200 Bürgern der Stadt ergeben hat – auch dadurch nicht erschüttert wurde, dass etwa drei Viertel der Befragten durchaus realitätsnahe Vorstellungen über die Sinti in ihrer Stadt äußerten, die diesem stereotypen Bild deutlich widersprachen.“

Wie kam es eigentlich zu meiner Untersuchung in Hildesheim, was veranlasste mich als junge Frau, mich mit diesem Außenseiterthema zu befassen? Da gab es ein Jahr zuvor eine Art Schlüsselerlebnis, das ich in dem Beitrag Mein halbes Jahrhundert „mit den Zigeunern“ für das Buch „Hommage an die Zigeuner“ (2010) von Hans-Werner Kiefer schildere.

Fotos aus dem Katalog zur Ausstellung „Fremd im eigenen Land – Sinti und Roma in Niedersachsen nach dem Holocaust“:

Der Wohnwagenplatz an der Lademühle (1953)
Umzug vom Platz an der Lademühle zur Münchewiese (1964)
Die 1964 erbaute "Zigeunerschule" an der Münchewiese
Unzumutbare Zustände auf der Münchewiese im Winter 1978/79

Die Bundeskulturstiftung feiert Geburtstag

Am Freitag war ich in Halle und nahm am Festakt zum 10. Geburtstag der Bundeskulturstiftung teil.

Die Kulturstiftung des Bundes fördert Kunst und Kultur im Rahmen der Zuständigkeit des Bundes. Ein Schwerpunkt ist dabei die Förderung innovativer Programme und Projekte im internationalen Kontext. Dabei investiert die Stiftung auch in die Entwicklung neuer Verfahren der Pflege des Kulturerbes und in die Erschließung kultureller und künstlerischer Wissenspotentiale für die Diskussion gesellschaftlicher Fragen. Die Kulturstiftung des Bundes setzt außerdem einen Schwerpunkt auf den kulturellen Austausch und eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Sie initiiert und fördert dazu Projekte auf Antrag ohne thematische Eingrenzung in allen Sparten.
Außerdem fördert sie die selbstverwalteten Kulturförderfonds – die Stiftung Kunstfonds, den Fonds Darstellende Künste, den Deutschen Literaturfonds, den Deutschen Übersetzerfonds und den Fonds Soziokultur – und fördert kulturelle Leuchttürme wie beispielsweise die documenta, das Theatertreffen oder die Donaueschinger Musiktage.


Ein Rückblick auf die Veranstaltung zu Moses Hess in Bonn am 21. Juni 2012

"Der rappelvolle Saal"
"Der rappelvolle Saal"
Die Musikgruppe Cellodion
Die Musikgruppe Cellodion
Der Schauspieler Lars-Krückeberg liest Texte von und über Moses Hess
Der Schauspieler Lars-Krückeberg liest Texte von und über Moses Hess
Feza Inan liest Texte von und über Moses Hess
Feza Inan liest Texte von und über Moses Hess

 

Das Podium v.l.n.r.: Gregor Gysi, Andrej Hermlin, Prof. Dr. Mario Keßler und Luc Jochimsen
Das Podium v.l.n.r.: Gregor Gysi, Andrej Hermlin, Prof. Dr. Mario Keßler und Luc Jochimsen
Abendlicher Ausklang
Abendlicher Ausklang
Gregor Gysi im Gespräch
Gregor Gysi im Gespräch

21. Juni 2012

Vertreter der Linken besuchten Synagogen-Mahnmal

Gregor Gysi erinnerte an Moses Hess

Von Cem Akalin

Bonn.  Luc Jochimsen ist früh da. Die kulturpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke sitzt auf der Bank am Jüdischen Mahnmal in Bonn am Moses-Hess-Ufer unterhalb der Kennedy-Brücke. Neben ihr Susanne Rhode von der Beueler Initiative gegen Fremdenhass. Rohde hat der Berlinerin schon jede Menge erzählt, als Gregor Gysi eintrifft.

Den gesamten Artikel können Sie [HIER] lesen!

Tagebuch vom 21. Juni 2012

„Ich müsste zum Moses-Hess-Ufer in Bonn“, sagte ich dem Taxi-Fahrer am Flughafen. Er hantierte mit seinem Navigationsgerät. „Moses-Hess-Ufer in Bonn gibt es nicht“, meinte er. „Schauen Sie selbst“.
Also fahren wir zum ehemals Erzbergerufer, unterhalb der Kennedy-Brücke beim Hotel Hilton. Das findet das Navigationssystem. Als wir hinter dem Hilton einbiegen, taucht ein doppeltes Straßenschild auf – links Erzbergerufer und rechts Moses-Hess-Ufer – ganz neu das Schild, als wäre es erst gestern oder vorgestern angebracht worden. Da ist dann auch das Denkmal zu finden für die vertriebenen und ermordeten Juden Bonns: Eine zerborstene Backsteinmauer, Überreste der 1879 eingeweihten Synagoge, die am 10. November 1938 in Brand gesteckt worden war.
Hinter ihr und um sie herum befand sich das Bonner Judenviertel, befand sich die Tempelgasse, in der das Haus stand, in dem Moses Hess 1812 geboren wurde.
Heute dehnt sich hier wohnlich und schön gelb angestrichen das Hilton Hotel aus. An einer Stelle der zerborstenen Mauer ist eine Bronzetafel angebracht mit folgendem Text:

„Stelle, o Ewiger
Ihnen eine Warnung hin.
Erfahren sollen die Völker,
dass sie alle Menschen sind.“

Hinter der zerborstenen Denkmalsmauer ist die Uferböschung zum Rhein hin. Und direkt unterhalb liegt ein schneeweißer Ausflugsdampfer fast vertäut. „Poseidon“ – das Party-Schiff. Das ist also der Ort, wo die Erinnerung an Moses Hess an diesem 20. Juli 2012 beginnt.

 


Wer war Moses Hess?

Moses Hess war einer der ersten deutschen Sozialisten. Er wurde 1812 als Kind einer jüdischen Familie in Bonn geboren. Als politischer Aktivist und Publizist setzte er sich sein ganzes Leben lang für den Sozialismus und die sozialdemokratische Bewegung ein. Heute ist Moses Hess vor allem als Vorläufer des Zionismus bekannt. Schon 1862 entwarf er sein Konzept zur Errichtung eines jüdischen Nationalstaats. Hess, der lange Zeit in Paris lebte, kehrte immer wieder in das Rheinland zurück. Er starb 1875 in Paris.

„Klagt nicht die menschliche Natur an, wenn ihr Bosheit, Dummheit, Niederträchtigkeit, Unglück und jede Art von Elend in unserer Gesellschaft findet – klagt die unmenschlichen Verhältnisse an, die das beste, humanste, tätigste Geschöpf in Elend und Laster stürzen können.“ - Moses Hess, Über die Not in unserer Gesellschaft und deren Abhülfe

DIE ZEIT schrieb zu Beginn dieses Jahres: „Der Unbequeme – Radikaler Antikapitalist, glühender Europäer, Visionär eines universellen, egalitären Staates Israel – warum es wieder lohnt, an Moses Hess zu erinnern.“

Genau das soll in seiner Geburtsstadt Bonn anlässlich des 200. Geburtstages getan werden. Wir nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, seine wegweisenden Texte über Sozialismus/Kommunismus und Zionismus aus heutiger Sicht zu reflektieren. Über die Fragen der Emanzipation des Judentums, über die Notwendigkeit sozialistischer Gesellschaftsveränderung hat er mit einem gewissen Karl Marx gestritten, dem er in Köln begegnete. Diese Auseinandersetzung wollen wir wieder aufnehmen und die damaligen Fragen im Lichte der Gegenwart zu beantworten suchen.


RETRO, RETRO: Rückblick auf die Konferenz zu Gesetz und Gesellschaft in Fotos

IM_SCHLOSS CECILIENHOF

Schloss Cecilienhof
Schloss Cecilienhof: Außenansicht


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Schloss Cecilienhof: Innenansicht

 

Marschallsaal
Marschallsaal

 

Dr. Volkmar Schöneburg, Justizminister im Land Brandenburg
Dr. Volkmar Schöneburg, Justizminister im Land Brandenburg

 

Die lachenden Vier v.l.n.r.: Manfred Coppik, Gregor Gysi, Dr. Ulrich Wilken, Kerstin Kaiser Gregor Gysi,
Die lachenden Vier v.l.n.r.: Manfred Coppik, Gregor Gysi, Dr. Ulrich Wilken, Kerstin Kaiser

 

Wolfgang Neskovic
Wolfgang Neskovic

 

Manfred Coppik
Manfred Coppik

 

Wolfgang Neskovic
Wolfgang Neskovic

 

Marschallsaal
Marschallsaal

 

Gregor Gysi
Gregor Gysi

 

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IM_HAUS_DER_BRANDENBURGISCH-PREUSSISCHEN GESCHICHTE
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Prof. Dr. Martin Kutscha
Prof. Dr. Martin Kutscha
v.l.n.r.: Luc Jochimsen, Dr. Hans-Otto Bräutigam, Christian Bommarius, Prof. Dr. Martin Kutscha, Klaus Emmerich
v.l.n.r.: Luc Jochimsen, Dr. Hans-Otto Bräutigam, Christian Bommarius, Prof. Dr. Martin Kutscha, Klaus Emmerich


Deutschland – in bester Verfassung?

Der Aufbruch 1945 in Hessen und Brandenburg
Der Neubeginn in Potsdam vor 20 Jahren
Das Grundgesetz heute

Am Mittwoch, den 23. Mai, werden wir, erst im Schlosshotel Cecilienhof – dem Ort der Potsdamer Konferenz im Jahr 1945 – und dann im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam mit vielen interessanten Gästen die Konferenz zu Gesetz und Gesellschaft veranstalten. Hier nun das Programm:

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Deutschland in bester Verfassung?

Der Nachmittag im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte wird mit einer Filmcollage der Stunde Null von Franz Sodann eröffnet.

Franz Sodann wurde am 5. August 1973 in Leipzig geboren. Sein Schauspielstudium absolvierte er von 1995 – 1999 an der Hochschule für Schauspielkunst  „Ernst Busch“ in Berlin. Bereits während des Studiums engagierte ihn das  Goethetheater in Bremen. Er spielte zahlreiche Hauptrollen (Faust,  Kohlhaas, Fabian, Speer u.a.) an verschiedenen Theatern in ganz Deutschland.
Seit 2007 lebte er zunächst als freischaffender Schauspieler, Regisseur und Autor in Potsdam und gründete das „Gastspielmanagement Franz Sodann“. Als dessen Geschäftsführer lebt und arbeitet er seit 2 Jahren mit Frau und zwei Kindern wieder in seiner Heimatstadt Leipzig. Seit 2009 arbeitet er zudem als freier Mitarbeiter der Bundestagsfraktion DIE LINKE, für die er kulturpolitische Programme und Veranstaltungen konzipiert und umsetzt. So unter anderem „Die Geburtsstunde der Demokratie“ im Nationaltheater Weimar,  „Ein Fest für Allende“ oder die „Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag anlässlich des Überfalls auf die Sowjetunion“ in der Volksbühne Berlin.

Prof. Dr. Martin Kutscha wird direkt nach der filmischen Einstimmung seinen Vortrag „Verfassungen – Schutzmauern der Macht oder Landmarken demokratischer Zukunftsgestaltung?“ halten.

Kutscha wurde 1948 in Bremen geboren. Er absolvierte von 1968 bis 1973 das Studium der Rechtswissenschaft in Kiel, Marburg und Hamburg und wurde 1977 nach dem zweiten Staatsexamen zum Dr. iur promoviert. Im Zeitraum zwischen 1977 und 1990 war Kutscha als Rechtsanwalt, Redakteur einer jur. Fachzeitschrift und wiss. Mitarbeiter an der Uni Konstanz tätig. 1990 wurde er an die HWR Berlin berufen und nahm verschiedene Gastdozenturen an Hochschulen in Preston (GB), Göteborg (S), Leeuwarden (NL) und Gent (B) an. 2008 erhielt er die Theodor-Heuss-Medaille als Mitherausgeber des Grundrechte-Reports. Seine Schwerpunkte in der Lehre sind das Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht, Polizei- und Ordnungsrecht.

Anschließend diskutieren Christian Bommarius, Journalist/Jurist, Hans-Otto Bräutigam, Minister der Justiz a. D. des Landes Brandenburg und Klaus Emmrich, Rechtsanwalt und Staatsrechtler zum Thema „Das Grundgesetz – ein ewiges Provisorium?“

Bommarius wurde 1958 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Germanistik und Rechtswissenschaft. Nach dem Studium war er Volontär bei der dpa, bevor er von 1987 bis 1997 Korrespondent für die Agentur beim Bundesverfassungsgericht wurde. Im Zeitraum von 1998 bis 1999 war er Ressortleiter Politik bei der Badischen Zeitung und wechselte dann zur Berliner Zeitung. Dort arbeitet er u.a. als Leitender Redakteur. 2010 wechselte er in die DuMont-Redaktionsgemeinschaft der Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau.
Bommarius schreibt vornehmlich Kommentare und Beiträge zu juristischen Themen.
Christian Bommarius ist Autor des Buches: Das Grundgesetz – Eine Biografie (2009). weiterlesen …


Deutschland in bester Verfassung?

Als ersten Redner werden wir am Mittwoch Dr. Volkmar Schöneburg, Minister der Justiz im Land Brandenburg, begrüßen können.

Schöneburg wurde am 30. Juni 1958 in Potsdam geboren, absolvierte 1977 das Abitur und danach den Armeedienst in Zwickau. Von 1980 bis 1984 studierte er Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und war bis zur Promotion (Dr. jur.) 1987 zum Thema Kriminalwissenschaftliches Erbe der KPD 1919-1933 Forschungsstudent an der HU.
Ab 1987 war Schöneburg wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin am Zentralinstitut für Philosophie. 1991 wechselte er zurück an die Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität. 1996 folgte die Zulassung als Rechtsanwalt und die Mitgliedschaft in der G-10-Kommission des Landtages. Ab 2002 war er als Rechtsanwalt in Potsdam, Schwerpunktgebiet: Strafrecht und Strafvollzugsrecht tätig. 2006 wurde er zum Richter am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg ernannte. Seit 2009 bekleidet er das Amt des Ministers der Justiz des Landes Brandenburg. Schöneburg ist Mitglied der Leibniz-Sozietät und Vizepräsident des Brandenburgischen Judo-Verbands.

Als zweiten Redner erwarten wir Manfred Coppik, stellvertretender Landesvorsitzender der Partei DIE LINKE in Hessen. Er wird zum Thema „Frieden und soziale Gerechtigkeit – Entstehung und Akutalitag der Hessischen Verfassung“ referieren.
Coppik wurde 1943 in Bromberg, Schlesien geboren. Er ist Rechtsanwalt.
Im Alter von 18 Jahren trat er in die SPD ein, war dort Mitglied von 1961-82. 1972 gewann Coppik im hessischen Wahlkreis Offenbach ein Bundestagsmandat für die SPD. Er war u.a. im Rechts- und Petitionsausschuss sowie im Ausschuss für Wirtschaft und im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit tätig.
1982 trat er aus der SPD aus und gründete mit Karl-Heinz Hansen und anderen Unzufriedenen die Demokratischen Sozialisten (DS). Dort war er Mitglied bis 1985.
In den 1980er und 1990er engagierte Coppik sich in der Friedensliste, bei den Grünen (Mitglied 1986-90), der PDS (Mitglied 1990-92) und ab 1993 wieder in der SPD. Die Sozialdemokraten verließ er 1999 abermals, aufgrund der Zustimmung zum Kosovo-Einsatzes der Bundeswehr. 2005 trat Coppik dann in die WASG ein und engagierte sich intensiv bei der Vereinigung von WASG und PDS. 2008 wählte die Partei DIE LINKE Coppik zu einem von zwei stellvertretenden Landesvorsitzenden. Bei der hessischen Landtagswahl 2009 errang Coppik als Direktkandidat der Linken 6,2 % der Erststimmen. Er ist Mitglied des Ältestenrates der Partei DIE LINKE.

Außerdem spricht mein Kollege Wolfgang Nešković, Mitglied des Bundestages und Bundesrichter a. D. zu „Eine neue gesamtdeutsche Verfassung – Die ´Abschaffung´ des Grundgesetzes“

Nešković wurde am 3. Juni 1948 geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1968 bis 1974 Rechtswissenschaft in Hamburg, war gleichzeitig wissenschaftlicher Assistent an der Universität Hamburg und legte 1977 das 2. juristische Staatsexamen ab. Danach war er als Rechtsanwalt tätig. Von 1978 bis 1981 war Nešković Richter im Landgerichtsbezirk Lübeck und dann bis 1990 Richter am Landgericht Lübeck. In den Jahren von 1990 bis 2002 war er Vorsitzender Richter am Landgericht in Lübeck. 2002 bis 2005 wechselte er als Richter an den Bundesgerichtshof. Außerdem nahm er Lehraufträge an der Universität Hamburg an.

Ab 1979 war Nešković bis zu seinem Austritt 1994 Mitglied der SPD. Er war 12 Jahre Landesvorsitzender der AG Sozialdemokratischer Juristen (ASJ), Mitglied im Landesvorstand und in Kreisvorständen der SPD Schleswig-Holsteins. 1995 folgte der Wechsel zu Bündnis 90 / Die Grünen. Dort war er von 1999 bis 2003 Bundessprecher der Neuen Richtervereinigung  (NRV), Landesvorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Demokratie und Recht, Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Demokratie und Recht und Vorsitzender des Landesschiedsgerichtes. Nešković verließ Bündnis 90 / Die Grünen 2005. Seitdem ist er parteilos. Er kandidierte 2005 auf der Landesliste Brandenburgs für DIE LINKE. und zog so in den 16. Deutschen Bundestages ein.
2009 errang er das Direktmandat im Wahlkreis 65 (Cottbus/Spree-Neiße).

Nešković ist Mitglied im Präsidium des Landgerichts Lübeck und im Richterrat des Landgerichts Lübeck. Im 17. Deutschen Bundestag fungiert er als Vorsitzender des Wahlausschusses für die Richter des Bundesverfassungsgerichts, als Mitglied im Ausschuss für die Wahl der Richter der obersten Gerichtshöfe des Bundes, als Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium. Er ist Justiziar der Fraktion DIE LINKE.

Besonders freue ich mich auf Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion DIE LINKE.

Gysi wurde 1948 in Berlin geboren, besuchte von 1954 bis 1962 die Polytechnische Oberschule. Er absolvierte von 1962 bis 1966 eine Ausbildung zum Facharbeiter für Rinderzucht und besuchte gleichzeitig die Erweiterte Oberschule. 1966 schloss er diese mit dem Abitur ab. Im Anschluss von 1966 bis 1970 studierte er Jura an der Humboldt-Universität zu Berlin, arbeitete als Richterassistent von 1970 bis 1971 und wechselte dann zum Kollegium der Rechtsanwälte als Assistent. 1976 promovierte Gysi. Seit 1971 ist er als Rechtsanwalt in Berlin tätig, ist Vorsitzender des Kollegiums der Rechtsanwälte in Berlin und des Rates der Vorsitzenden der Kollegien der Rechtsanwälte in der DDR von 1988 bis 1989. Er ist Mitglied in der Gewerkschaft ver.di.
In der Zeit zwischen Dezember 1989 und Januar 1993 war er Vorsitzender der PDS und zwischen dem 18. März und dem 2. Oktober 1990, Vorsitzender der PDS-Fraktion in der Volkskammer der ehemaligen DDR. Ab dem 3. Oktober 1990 bis 1. Februar 2002 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages und dort (bis 1998) Vorsitzender der Gruppe der PDS; ab 1998 bis Oktober 2000 Vorsitzender der PDS-Fraktion. Vom 17. Januar 2002 bis zum Rücktritt am 31. Juli 2002 ist Gysi Berliner Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen in einer SPD-PDS Koalition. Seit August 2002 ist er wieder als Rechtsanwalt tätig. Am 18. September 2005 und 27. September 2009 im Wahlkreis 85 Berlin-Treptow-Köpenick direkt wieder in den Bundestag gewählt.


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