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in Berlin

Heym-Lesung beim Fest der Linken

Das Fest der Linken rund um den Rosa-Luxemburg-Platz am vergangenen Wochenende hatte mit dem Regen leider etwas Pech… Glück hatten die Veranstaltungen, die in der Volksbühne stattfanden – wie eine Lesung mit Daniela Dahn und unsere Szenische Lesung „Stefan Heym – Eine Stimme, die nie schwieg“. Dort drängte sich das interessierte Publikum.


Franz Sodann, Thomas Nord, Dagmar Enkelmann, Gregor Gysi, Peter Sodann und ich lasen Interviews mit, Texte von und Dokumente über Stefan Heym (v.l.)


Szenische Lesung in Erinnerung an Stefan Heym

Am 10. April 2013 würde der große Schriftsteller und unbeirrbare Demokrat Stefan Heym 100 Jahre alt werden. Ihm zu Ehren wird es im kommenden Jahr viele Lesungen, Aufführungen, Konferenzen… geben. Wir, die Bundestagsfraktion DIE LINKE, haben schon heute das Stefan-Heym-Jahr 2013 eröffnet – mit der szenischen Lesung
„Stefan Heym – Einer, der nie schwieg“:

Der vollbesetzte Marmorsaal im Berliner Palais am Festungsgraben
Jakob Augstein, Christoph Hein und Friedrich Schorlemmer lesen Stefan Heym
Mit meinem Fraktionskollegen Thomas Nord und der Autorin Andrea Hanna Hünniger
Daniela Dahn und Franz Sodann, der das Textbuch erstellt hat

Stefan Heyms Witwe, Inge Heym

Einer, der nie schwieg… Und er hätte schweigen können, 1931 als Gymnasiast, doch er veröffentlichte ein Gedicht gegen den Militarismus und wurde von der Schule relegiert. Er hätte sich einrichten können in den USA im Schutz vor den Nazis, doch er zog in den Krieg. Er hätte sich zurückhalten können 1945 als Journalist im befreiten Deutschland, doch Heym machte keinen Hehl aus seiner prosowjetischen Einstellung und wurde in die USA zurückbeordert. Er hätte sich dort eine Nische suchen können, aber ging, um unzensiert schreiben zu können, zurück nach Europa, in die DDR. Und auch da eckte er an, wie auch später in der BRD. Heym hat sich immer eingemischt, war immer politisch, hat nie geschwiegen, hat Schwierigkeiten gemacht und Schwierigkeiten bekommen und blieb sich stets treu.

Textbuch der szenischen Lesung
„Stefan Heym – Einer, der nie schwieg“

Die Nutzungsrechte liegen bei Franz Sodann !

„Der Wahrheitssucher“, Bericht über die Szenische Lesung im Neuen Deutschland, 11.12.2012

Für die aktuelle Ausgabe der clara habe ich den Text Stefan Heym zum 100. Geburtstag geschrieben.


„Einer der nie schwieg“ – Szenische Lesung zu Stefan Heym

Trotz schlechtem Wetters war das „Fest der LINKEN“ heute in der Kulturbrauerei im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg gut besucht. Gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung hatte die Bundestagsfraktion der LINKEN zur Auftaktveranstaltung zum 100-jährigen Geburtstag von Stefan Heym in das dortige „Palais“ eingeladen. Denn im April 2013 wäre der großartige Schriftsteller, Autor und Politiker Heym 100 Jahre alt geworden.

Auf der Bühne waren neben meinen KollegInnen Barbara Höll, Gesine Lötzsch und Jan Korte unsere Bundespräsidenten-Kandidatin Beate Klarsfeld, der Vorsitzende  Heinz Vietze und der Geschäftsführer Florian Weis der Rosa-Luxemburg-Stiftung. In einer szenischen Lesung von Franz Sodann haben wir Sequenzen aus Heyms Biographie, aus Gedichten, Romanen und Interviews vorgetragen.

Von der „Geburt“ des Stefan Heym auf dem Prager Hauptpostamt, auf dem der 20 jährige Helmut Flieg den Eltern eine Karte über seine gelungene Flucht schrieb und Rückantwort an eben jenen „Stefan Heym, Prag“ erbat. Eine Flucht erzwungen wegen eines Gedichtes, das als „vaterlandsverräterisch“ und „antimilitaristisch“ gebrandmarkt worden war. 1935 ging Heym in die USA und kehrte am Kriegsende als „Sergeant für politische Kriegsführung“ nach Deutschland zurück. Beeindruckend: Beate Klarsfeld, die die (vergebliche) Hoffnung Heyms in dieser Zeit vortrug: „Von jetzt an, dachte ich, wird es keinen Faschismus mehr geben, keine Gewalttätigkeit…“

Seine Rückkehr nach (Ost-) Deutschland im Zuge der Kommunistenhatz in der McCarthy-Ära, seine auch hier beginnende Ächtung nach der Veröffentlichung des Romans „5 Tage im Juni“, sein Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR – all das wurde in Frage – Antwort Sequenzen durch die Mitwirkenden dargestellt.

Seine Redebeitrag auf der Großdemonstration am 04. November 1989 („Die Macht gehört nicht in die Hände eines einzelnen oder ein paar weniger oder eine Apparates oder einer Partei.“) wurde als Filmdokument eingespielt. Die Hetze gegen ihn, als er seine Kandidatur für ein Bundestagsmandat auf der offenen Liste der PDS verkündete, die (erfundenen) Vorwürfe am Vorabend seiner Rede als Alterspräsident im Deutschen Bundestag, er sei Stasispitzel gewesen – dargestellt in Briefen und Zeitdokumenten. Den Abschluss bildete ein Spaziergang Heyms am Meer – und seinem Gedicht „Ich aber ging über die Grenze“ von 1933, vorgetragen von Peter Sodann: „Dann stehe ich im Lande, das sich befreien will, mit einer Stirn, die zu Eis geworden in den Jahren,da ich wartete. Dann sind meine Augen hart, meine Stirn zerfurcht, aber mein Wort ist noch da, die Kraft meiner Sprache“.

 


Stefan Heym – einer, der nie schwieg!

v.l.n.r.:Ingo Schulze, Susan Neiman, Florian Weis, Luc Jochimsen, Ulrike Uhlig und Thomas Nord im Roten Salon der Volksbühne in Berlin
Inge Heym
Inge Heym

Am 21. Mai wurde das Festkomitee gegründet, das an das Lebenswerk von Stefan Heym erinnern will. Welt Online, BZ und die Leipziger Volkszeitung berichteten.

Inge Heym kam in den Roten Salon der Volksbühne und hat als erste den Aufruf, Stefan Heym zu erinnern, unterzeichnet. Mittlerweile haben sich Gregor Gysi, Daniela Dahn, Petra Pau, Peter Sodann, Ingo Schulze, Susan Neiman, Evelin Wittich, Franz Sodann, Minka Dott, u.v.m. angeschlossen.

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Lesen gegen das Vergessen

Heute fand wieder das „Lesen gegen das Vergessen“ auf dem Bebelplatz statt. Am 10. Mai 1933 war dieser Ort Hauptschauplatz der durch die Deutsche Studentenschaft geplanten und durchgeführten Bücherverbrennung. In Erinnerung daran veranstaltet DIE LINKE seit Jahren das „Lesen gegen das Vergessen“.
Ich habe das Gedicht „Exportgeschäft“ von Stefan Heym gelesen. Die Veröffentlichung seines ersten antimilitaristischen Gedichts 1931 in der „Volksstimme Chemnitz“ führte zum Schulverweis für den 18Jährigen. Er hatte es als Reaktion auf die Nachricht, dass deutsche Reichswehroffiziere Instrukteure bei der chinesischen Kuomintang–Armee werden sollten, unter der Schulbank geschrieben.

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Der absolute Höhepunkt war Beate Klarsfelds Beitrag, die ein gerettetes  verbranntes Buch mitgebracht hat, dessen Geschichte kaum zu glauben ist.
In Göttingen bittet ein Professor, der mit Entsetzen die Bücherverbrennung durch seine Studenten erlebt, seinen Lieblingsschüler in SA-Uniform, ihm ein Buchexemplar aus der Glut zu retten. Dieses versenkte halb verbrannte Buch ist Stefan Zweigs Novellensammlung Amok. Er nimmt es mit in die Emigration nach Frankreich. Dort bittet ihn der Bürgermeister, der Kleinstadt in der er untergekommen ist, ihn nach Paris als Dolmetscher zu begleiten – zu einem Gespräch mit dem neuen deutschen Polizeichef.
Wer ist dies? Der frühere Lieblingsstudent aus Göttingen. Er heißt Knoche und ist in der Folgezeit verantwortlich für die Deportation von 44000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern in die Konzentrationslager.
Als alter Herr übergibt der Göttinger Professor Beate und Serge Klarsfeld das halb verbrannte Buch zur Erinnerung. Und Beate Klarsfeld sagt: „Verbrannte Bücher können wir manchmal retten, meistens wiederherstellen – verbrannte Menschen nicht!“


Der dritte Rosenstrauß

Heute war Beate Klarsfeld im Kino Babylon zu Gast. Eine Frau deren Beharrlichkeit und jahrelange Ausdauer im Kampf gegen Naziverbrecher, sie zu einem Vorbild für uns alle gemacht hat.

In der Diskussion nach dem Dokumentarfilm „Die Ohrfeige und andere Kampagnen der Beate Klarsfeld“ betonte sie, dass wir uns jetzt engagieren müssen. Und besonders die Jugend nahm sie in die Pflicht und forderte sie auf, den Kampf gegen Antisemitismus,  Rassismus und Fremdenfeindlichkeit stets und überall zu führen. „Hans und Spohie Scholls muss es auch heute wieder geben“!

Von Klaus Ernst bekam sie dann noch 50 Rosen geschenkt. Das erste Mal bekam sie einen solchen Strauß von Heinrich Böll als Antwort auf die Ohrfeige für Kiesinger. Als dieser dafür von Günther Grass öffentlich kritisiert wurde, schickte Böll gleich noch einmal 50 Rosen nach Paris. Und heute bekam Sie diese auch von Klaus Ernst als Dank und Anerkennung für ihre Verdienste.


Kultur in der clara

In dieser Woche möchte ich die neue clara. – Das Magazin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag auf meiner Homepage ausführlich vorstellen. Der folgende Artikel ist mir dabei besonders wichtig. „Das Paradies ist eine Festung“ wurde von Gisela Zimmer nach einem Interview mit dem Regisseur Costa-Gavras geschrieben. Ich hatte ihn zur Filmvorführung und Podiumsdiskussion ins Berliner Kino Babylon eingeladen.

Constantin Costa–Gavras, eigentlich Konstantinos Gavras, ist von Geburt Grieche, er hat eine russische Mutter und einen Pass, der ihn als französischen Staatsbürger ausweist. Multinational sind auch seine Filme und die reichlichen Auszeichnungen dafür. Zwei Preise in Cannes bekam er allein für seinen Politthriller „Z“. Das war 1968. Nur ein Jahr später erhielt er zwei Oscars. Dieser Film, der von einem Mord an einem Politiker erzählt, machte den damals noch jungen Regisseur über Nacht berühmt.

Für die Publikumsdiskussion „Kultur neu denken“ im Berliner Kino Babylon brachte der inzwischen 78-jährige Costa-Gavras seinen aktuellen Spielfilm mit. Wieder ein politisches Thema. „Eden is West“ heißt der gut 100-Minuten-Kinostreifen. Es ist ein Flüchtlingsdrama. Abgedreht hat der griechisch-französische Regisseur die Odyssee eines Zuwanderers bereits 2008 und im Jahr darauf stellte er ihn auf der Berlinale vor. Der Flüchtlingsstrom war schon  damals ein Thema, erzählt Gavras, „aber jetzt ist es viel stärker, viel sichtbarer, viel dramatischer. Die europäische Politik hat das Problem verdrängt, einfach nicht hingeschaut. Wir Künstler jedoch müssen hinsehen und Fragen stellen. Und ich glaube, wir stehen erst am Anfang. Das Flüchtlingsproblem ist das Problem dieses Jahrhunderts.“

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Presserückblick

Der aktuelle Spiegel (23/2011) titelt:

Auch der Spiegel kommt nicht umhin, vom Fest der Linken und von der Neuauflage der Allende-Lesung zu berichten.
Ich frage mich war das wirklich so? Wer dabei gewesen ist, kann das beurteilen…


Allende-Lesung auf dem Fest der Linken

Wie schreibt das ND in seiner aktuellen Ausgabe mit nur einem einzigen Satz über die Allende-Lesung?: „Ein Publikumsmagnet war die szenische Lesung »Viva Allende« der Bundestagsfraktion.“

Roland Claus eröffnete im Palais in der Kulturbrauerei, Berlin-Prenzlauer Berg, die Allende-Lesung mit drei Sätzen:
Hier ist Berlin!
Hier ist DIE LINKE!
Hier sind Sie RICHTIG!

Roland Claus eröffnet die Allende-Lesung auf dem Fest der Linken
Die große Rede von Salvador Allende vor dem Kongress von vier Sprechern vorgetragen

 

Hier noch ein paar Schnappschüsse, die vor der Lesung entstanden: weiterlesen …


VIVA ALLENDE – Chile, 21. Mai 1971

Nach dem großen Erfolg unseres „Festes für Allende“ im vergangenen Herbst in der Berliner WABE, bringen wir die Szenische Lesung noch einmal auf die Bühne – im Rahmen des Festes der Linken.

Am 4. September 2010 – genau 40 Jahre nach dem Sieg Salvador Allendes bei den Präsidentschaftswahlen in Chile – erinnerten wir mit unserem Fest an den Anfang seiner Regierung, an den Beginn eines großen Wagnis‘, das die Herzen von vielen Millionen Menschen auf der ganzen Welt gewann (siehe ‚Veranstaltungen in Berlin‘). Am 21. Mai 1971 trat Allende vor den Kongress und präsentierte sein Regierungsprogramm – dieses Ereignis bringen wir fast auf den Tag genau 40 Jahre später in unser Bewusstsein:

Sonnabend, 28. Mai 2011, 18 Uhr

im Palais in der Kulturbrauerei, Berlin-Prenzlauer Berg

Es lesen u.a. Roland Claus, Gregor Gysi, Andrej Hermlin, Gesine Lötzsch, Gina Pietsch, Peter Sodann, Anita Tack, Sahra Wagenknecht

Moderation Astrid Landero

Regie Franz Sodann


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