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Café Gedanken frei


So heißt die Matinee, die ich seit 2007 jeden dritten Sonntag eines Monats im Weimarer Bürgerbüro veranstalte: Nachdenken, voraus denken, alte und neue Gedanken, Querdenker, Kontroversen…

"Das große Fressen" mit Ursula & Siegfried Schütt

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Dirk Möller befragt Ursula Schütt

Dass Fabeln und Märchen keine toten Gattungen sind, sondern sich auf das Hier und Jetzt beziehen können, zeigt das Ehepaar Schütt indem es altbekannte Figuren zu neuem Leben erweckt. Gestern waren Ursula & Siegfried Schütt in unserem „Café Gedanken frei“ zu Gast und lasen aus ihrem Buch „Das große Fressen. Grimmige Fabeln und fabelhafte Märchen“. Da arbeitet beispielsweise die Schnecke im Arbeitsamt, die Ameise meldet sich bei der Luftwaffe, ausgesetzte Haustiere werden nicht zu Stadtmusikanten, sondern landen vor Gericht, Hänsel und Gretel entpuppen sich als verwahrloste gefühlsarme Kinder. Und auch der Weimarer Graphiker Horst Peter Meyer war bei dieser Matinee mit dabei und hatte einige seiner Zeichnungen aus dem Buch im Gepäck.

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Siegfried Schütt

Und ich ließ es mir nicht nehmen, meine Lieblings-Fabel aus dem Büchlein selbst vorzulesen:

„Andere Zeiten“ weiterlesen …


Kulturdiskussion mit dem Schauspieler Franz Sodann

Foto_1Was der Mensch braucht – was ist Kultur wert?
Darum ging es bei unserer März-Matinee in der Weimarer Eckermann-Buchhandlung, zu der ich Franz Sodann, Sohn des berühmten Schauspielers Peter Sodann, begrüßen konnte. „Wenn es wahr ist, dass die Kultur das Bild einer Epoche prägt, wie wird man später über unsere Zeit denken?“ fragt sich Sodann. „Hat die ‚Low Culture‘ mit ihren Comedians gewonnen?“ Zur Einstimmung las er verschiedene Texte zum Thema, die uns deutlich machen sollten, welche Kraft, Wirkung und Bereicherung in der Kultur stecken – so zum Beispiel „Was der Mensch braucht“ von Arnold Zweig und „Die Monotonisierung der Welt“ von Stefan Zweig. Denn auch heutzutage könne man von einer Art Monotonisierung der Gesellschaft sprechen, meinte Sodann. „Es gibt einen Massengeschmack, wodurch viel Kultur auf der Strecke bleibt.“ weiterlesen …


"Unser linkes Europa" mit der Europa-Abgeordneten Gabi Zimmer

FotoUnter diesem Motto diskutierte ich gestern mit der LINKE-Abgeordneten aus Thüringen über ihre parlamentarische Arbeit in Straßburg und darüber, wie es um Europa steht.

„Die EU darf nicht länger bloß eine Wirtschafts- und Währungsunion sein, sie muss zu einer Sozialunion ausgebaut werden. Die europäische Linke steckt noch in den Babyschuhen“, so Gabi Zimmer. Vor allem fehle uns in Europa noch eine gemeinsame linke Idee. Denn Europapolitik sei mehr als die Summe der nationalen Politiken. Und so gingen wir mit der gemeinsamen Hoffnung an diesem Vormittag auseinander, dass eine starke Linke überall in Europa Normalität wird – sie ist für die demokratische Kultur ganz einfach essentiell.


"Deutsch und Deutsch gesellt sich gern?"

Dreier

Im ersten „Café Gedanken frei“ des Jahres 2010 hatte ich den in Weimar lebenden Pfarrer und früheren Stadtkulturdirektor von Weimar, Felix Leibrock zu Gast - und meinen ehemaligen Fraktionskollegen Frank Spieth, mit dem ich diese Veranstaltungsreihe im Jahr 2007 ins Leben gerufen habe. Gemeinsam sprachen wir mit Felix Leibrock über 20 Jahre ‚Wende‘.

„Wir sind ein Volk“? Wirklich? Herrscht immer noch ein Kulturschock? Bleibt dauerhaft eine Mauer im Denken? Oder wächst zusammen, was zusammengehört? Leibrock betrachtete das Konsumverhalten in Ost und West, die zwischenmenschlichen Verhaltensweisen, aber auch literarische Beiträge zu diesem Thema und kam zu dem Entschluss, dass wir noch immer in zwei Kulturen leben. Das ließe sich an mit so vielen Beispielen belegen:  sei es die höhere Konfliktbereitschaft der Westdeutschen, das im Osten des Landes verbreitetere Händeschütteln oder das Verfassen von Bewerbungen – der Ostdeutsche ginge tendenziell mehr auf die Sache ein und stelle seine eigene Person eher in den Hintergrund. Felix Leibrock machte aber schnell deutlich, dass wir trotz aller Unterschiede „auf einem guten Weg zur innerlichen deutschen Einheit“ sind. Man müsse sich jedoch noch mehr von den verschiedenen Leben erzählen, um sich besser zu verstehen, und mehr über sich lachen. Felix Leibrock richtete auch einen ganz klaren Appell an uns Politiker – denn in erster Linie müsse die Politik die Voraussetzungen für eine wirkliche Einheit schaffen. weiterlesen …


Rastlos gegen Krieg – ein Leben lang

Bild_1Im letzten „Café Gedanken frei“ im Jahr 2009 hatte ich Martin und Gerlinde Rambow zu Gast und sprach mit ihnen über ihr vielseitiges Engagement gegen Krieg und Militär.

Beide sind aktiv im Netzwerk Friedenssteuer und haben mit weiteren acht Beschwerdeführern gegen die Rüstungsausgaben des Bundeshaushalts 2009 eine Verfassungsbeschwerde eingereicht. „Ich erfahre es als eine erhebliche Gewissensnot, zur Zahlung von Steuern für Militär und Rüstung gezwungen zu sein. Damit werde ich an der Ausübung des Grundrechts der Gewissensfreiheit, wie es im Grundgesetz Artikel 4 zugesichert ist, gehindert.“, so Martin Rambow. „Wir müssen auf unsere Kinder und die zukünftigen Generationen achten. Wir haben eine Informations- und Erziehungspflicht.“, begründete seine Frau Gerlinde ihre Arbeit im Netzwerk Friedenssteuer. Sie möchte, wie auch die anderen Beschwerdeführer, nicht länger gezwungen sein, Kriegsdienst zu leisten – wenn auch nicht mit der Waffe, sondern durch die Steuergelder. Seit Februar 2009 liegt die Beschwerde nun beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe und ihre Initiatoren warten auf Antwort – noch ist nicht klar, ob sie überhaupt verhandelt wird.

verbessertes bildAußerdem berichtete Martin Rambow von seinen Erlebnissen als ökumenischer Begleiter – im Rahmen eines Menschenrechts-Beobachtungs-Programms – an einem Checkpoint in Bethlehem, wo er im Frühjahr drei Monate lang den Grenzverkehr überprüfte und Palästinenser bei der mühsamen Passage nach Jerusalem begleitete. „Wir dürfen nicht in einen der beiden Schützengräben springen – auch wenn es eine Versuchung ist. Sondern wir müssen beide Seiten, sowohl die israelische als auch die palästinensische Bevölkerung, immer wieder mahnen, zum Völkerrecht zurückzukehren.“, appellierte Martin Rambow abschließend. weiterlesen …


Erinnerung an Georg Elser

 

Luc vor Leinwand_kleinAm 8. November 1939 verübte der Schreiner Georg Elser einen Anschlag auf Hitler, dem dieser entging. Elser wurde nach KZ-Haft am 9. April 1945 erschossen. Um an seine mutige, einsame Tat zu erinnern, zeigten wir im „Café Gedanken frei“ genau 70 Jahre nach dem Attentat den Spielfilm „Georg Elser – Einer aus Deutschland“ (D/USA 1989 – von und mit Klaus Maria Brandauer). Die Initiative des Dramatikers Rolf Hochhuth, in Berlin ein Elser-Denkmal zu errichten, habe ich im Bundestag mit meinem Antrag „Ehrung für Johann Georg Elser als gesamtgesellschaftliches Anliegen begreifen“ aufgegriffen. Mehr Informationen zu Georg Elser auf der Einladung zur Veranstaltung.


Lothar Bisky im "Café Gedanken frei EXTRA"

Bisky_kleinIn unserem „Café Gedanken frei EXTRA“ am Wahltag hatten Frank Spieth und ich Lothar Bisky zu Gast und sprachen mit ihm über Abschied und Aufbruch – unter dem Motto
„Es lebe das linke Europa“. Der Vorsitzende der Europäischen Linken und neugewählte GUE/NGL-Fraktionsvorsitzende im Europaparlament erinnerte sich an die aufregende Zeit im Herbst 1989, als er – damals Rektor der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam Babelsberg – die Vertrauensfrage stellte und am 4. November auf der großen Demonstration auf dem Berliner Alexanderplatz redete. Und natürlich ging es bei dieser Matinee um Europa und die Arbeit der Europäischen Linken. Man müsse in Zukunft weg von dem Modell, dass alle Parteimitglieder immer einer Meinung sind – „die Linke muss plural bleiben“, so Bisky. „Wir selber müssen unsere Augen stärker auf die Welt richten, Europa ist nicht mehr das Zentrum.“


"100 Gedichte aus der DDR" mit Verleger Klaus Wagenbach

Foto_kleinGestern war Klaus Wagenbach in unserem „Café Gedanken frei“ in der Weimarer Stadtbücherei zu Gast. Der Italienliebhaber, Kafka-Experte und seit den sechziger Jahren Verleger von Schriftstellern aus Deutschland/Ost und Deutschland/West las aus der in diesem Jahr von seinem Verlag herausgebrachten Anthologie „100 Gedichte aus der DDR“ - ein Blick zurück auf die schönsten und charakteristischen, vergessenen, geförderten und verbotenen Texte.

Es war eine persönliche Auswahl: Bertolt Brecht, Georg Maurer, Thomas Brasch, Reiner Kunze, zum Schluss Volker Brauns „Das Verschwinden des Volkseigentums“ und auf Wunsch des Publikums das „Broiler-Requiem“ von Katja Lange-Müller.

Poesiegeschichte, Verlagsgeschichte, Zeitgeschichte wurde dargelegt in der Hoffnung, dass wir uns für die Zukunft Zeit für Bücher erhalten.

Mehr Informationen über unseren Gast auf der Einladung zu dieser Matinee.


"Volksrepublik Deutschland" mit Hugo Müller-Vogg

luc-hmv_9-8-09Im ersten Café Gedanken frei nach unserer verkürzten Sommerpause hatte ich den Publizisten Hugo Müller-Vogg zu Gast, der sein aktuelles Buch „Volksrepublik Deutschland“ vorstellte und anschließend mit mir und dem sehr interessierten Publikum darüber diskutierte. weiterlesen …


Jutta Voigts "Westbesuch"

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Um „Das Leben in den Zeiten der Sehnsucht“ (Buchuntertitel) ging es heute im „Café Gedanken frei“ mit der Autorin Jutta Voigt, die vor Weimarer Publikum erstmals aus ihrem neuen Buch „Westbesuch“ las.

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Die in Berlin Geborene schrieb nach ihrem Philosophiestudium an der Humboldt-Universität für die Wochenzeitungen Sonntag, Freitag, Woche und Die Zeit. Sie erhielt 2000 den Theodor-Wolff-Preis. Im Aufbau-Verlag veröffentlichte sie 2005 über Essen und Trinken in der DDR das Buch „Der Geschmack des Ostens“.

Jetzt ging es um die Reisen gen Westen und den Besuch von dort. Es ging um die heimliche Wiedervereinigung der Nation abends vor der Tagesschau („eine Viertelstunde Hofgang für Eingemauerte“). Um „das Leben als Wartesaal“ („Vierzigjährige zählten die Jahre, bis sie als Rentner in den Westen reisen durften“. Und um den Udo-Jürgens-Titel „Mit 66 Jahren…“, der in der DDR doppeldeutig war. Jutta Voigt erläuterte, was sie – zwanzig Jahre nach Grenzöffnung – bewogen hat, dieses Buch zu schreiben:

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