Zum Menü zum Inhalt

Arbeit in Thüringen

Theater Eisenach in Not

In Thüringen steht das Theater Eisenach nach aktuellen Presseberichten vor dem Aus. Die Stadt Eisenach kann ihren Eigenanteil an der Theaterfinanzierung in Höhe von zwei Millionen Euro offensichtlich nicht aufbringen. Gestern scheiterte der Plan des Thüringer Kultusministers, Christoph Matschie (SPD), dieses Geld aus dem Landesausgleichsstock zu übernehmen, am Veto des Finanzministers, Wolfgang Voß (CDU).

Die Ministerpräsidentin Lieberknecht muss zu ihrer Vereinbarung im Koalitionsvertrag stehen, der den Erhalt aller Theaterstandorte vorsieht. „Nicht nur im Sinne der Kultur, sondern auch im Sinne der Beschäftigten müssen die Koalitionäre in Erfurt sich schnell an einen Tisch setzen und nach einer gemeinsamen Lösung suchen“ kommentiert Luc Jochimsen, kulturpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, den Vorgang heute.

„Im Theater Eisenach existieren noch ein Ballett, eine Kapelle und ein Junges Theater, das Gesamtbudget beträgt knapp fünf Millionen Euro. Die größeren Produktionen werden von Meiningen aus bestritten. (…)

Der Meininger Intendant Ansgar Haag bezeichnete den Koalitionsstreit heute in der TA als „Geplänkel“ vor der Oberbürgermeisterwahl am 22. April. Er wolle sich nicht vorstellen, dass das Land die Stiftung platzen lasse, sagte er unserer Zeitung. Noch bleibe Zeit, bis die Kündigungen ausgesprochen werden müssten.“

Den gesamten Artikel aus der Thüringer Allgemeinen können Sie [HIER] lesen.


Thüringen: Presseinformation von Birgit Klaubert

Morgen jährt sich der vom Internationalen Theaterinstitut ausgerufene Welttheatertag zum 50. Mal. Seit seiner erstmaligen Ausrufung stehen jedes Jahr Wortmeldungen berühmter Theatermacher im Mittelpunkt. 2012 kommt die zentrale Botschaft von US-Schauspieler John Malkovich, der sich explizit mit Fragen des Mensch-Seins beschäftigt. Diese Fragen sind immer wieder zentral für die Theaterarbeit und Kulturpolitik. Vor allem dann, wenn es um den „Wert“ von Kultur geht. Klamme Kassen lassen Stimmen nach Abschaffung von ganzen Sparten laut werden. Dazu wird am 28. März, ab 18 Uhr, eine öffentliche Podiumsdiskussion im Theater Altenburg stattfinden. Die LINKE Kulturpolitikerin Dr. Klaubert, die an der Diskussion teilnimmt, erklärt:

„Seit Jahren zeichnet sich in Thüringen ein Zustand ab, der eigentlich nur noch eine Beschreibung verdient: Kulturkannibalismus. Viele Kommunen müssen sich heute aufgrund wirtschaftlicher Zwänge fragen, wie viel Kultur man sich ‚leisten’ kann und will. Die Leidtragenden sind zuerst die Kunst- und Kulturschaffenden selbst. Mit großem Engagement versuchen sie, ihre wichtige Arbeit aufrecht zu erhalten und gleichzeitig einer wachsenden ‚Kulturverdrossenheit’ entgegen zu wirken. Ohne Zweifel muss eine bessere und vor allem eine gerechtere Basis für den Erhalt aller Theater und Orchester geschaffen werden. Dabei dürfen Haustarifverträge keine endgültige Lösung sein. Dennoch muss auch im Fall des Altenburger Theaters ganz klar gesagt werden, dass sich alle Gesellschafter wohl wissend um die finanzielle Gesamtlage gemeinsam mit dem Land auf eine Finanzierung geeinigt haben. Alle Beteiligten sind  demzufolge auch in der Pflicht, ihrer Verantwortung dem Theater und seinen Beschäftigten gegenüber nachzukommen.
Daher werden Haustarifverträge, Kürzungen und Schließungen von Sparten als ein Weg gesehen, um den Erhalt der Kultureinrichtung an sich zu gewährleisten. Diesen Weg heiße ich nicht gut, ganz im Gegenteil. Aber er ist ein Resultat der Kulturpolitik der vergangenen und auch der jetzigen Landesregierungen. Er ist aber auch Resultat der Zurückhaltung vieler Betroffener. Es gilt, gegen Kürzungen und Willkürlichkeiten zu protestieren und deutlich zu machen, dass auch das Land in der Pflicht steht. Als Abgeordnete im Landtag und im Stadtrat von Altenburg arbeite ich mit meinen  Fraktionen seit Jahren an Vorschlägen und Lösungswegen für eine Kulturfinanzierung, die die Kommunen entlastet und die Kultureinrichtungen stärkt. Am 28. März werde ich auch in meiner Funktion als Aufsichtsratsmitglied des Altenburger Theaters an das Verantwortungsbewusstsein aller appellieren. Auch weiterhin werde ich mich dafür einsetzen, dass Thüringen nicht weiter seiner Kultur beraubt wird. “


Unterwegs in Thüringen

Gestern habe ich drei Termine in Jena gehabt. Zunächst war ich Gast in der Villa Rosenthal. Dieses Haus wurde Ende des 19. Jahrhunderts von einem jüdischen Ehepaar errichtet und war ein wichtiges Zentrum des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in Jena bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts. Mehr zur Geschichte und zum Haus erfahren Sie unter www.villa-rosenthal-jena.de.

Frau Ellguth-Malakov führte mich durch die Räume, erläuterte mir die Besonderheiten und beschrieb mir insbesondere die aktuelle Rolle des Hauses. Hier soll nicht nur in Form eines Museums an die Familie Rosenthal erinnert werden, sondern das Haus soll mit kulturellem Leben und Aktivitäten an seine Rolle vor hundert Jahren anknüpfen. Es gibt kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen, man kann die Räume für private Feste mieten oder sogar den Bund der Ehe eingehen. Dazu kommen Kunststipendien, die Werke der StipendiatInnen werden im Haus präsentiert. Ich finde diesen Weg, Kunst zu fördern und zu präsentieren aber dennoch Alltagsleben zuzulassen für beispielhaft – hier wird Kunst mit Alltag und Öffentlichkeit zusammen gebracht.

Im Anschluss habe ich den ersten Stadtschreiber von Jena, Herrn Stephan Laudien kennen gelernt. Herr Laudien hat zur Geschichte der Familie Rosenthal geforscht und viele Details herausgefunden. So konnte er die Lebensgeschichte des Sohnes Curt-Arnold ermitteln, aber bis heute fehlt ein Bild von ihm. Auch ein eindeutig zuzuordnendes Bildnis von Clara Rosenthal fehlt bis heute, die genauen Umstände ihres Todes sind ungeklärt. Ein im Polizeibericht vermerktes letztes Schriftstück ist bis heute nicht aufgetaucht. “Eigentlich sind genauso viele Fragen ungeklärt wie gelöst” sagte Laudien am Ende des Gesprächs und wünschte sich weitere Mittel, um an den Orten der Familie weiter forschen zu können. “Vieles kann man nur vor Ort klären, Spuren führen nach Weilburg, nach Wien oder sogar nach Frankreich” so Laudien.

Am Abend nahm ich an ein einem Fachgespräch zur Situation von soziokulturellen Vereinen in Jena teil. Ralph Lenkert, mein Jenaer Kollege im Bundestag, informierte mich zuvor über die durchaus aussergwöhnliche Situation seiner Heimatstadt: Jena boomt, die Bevölkerung wächst, Schulen und Kitas müssen neu gebaut werden. Die Kehrseite: Wohnraum wird knapp und teuer, freie Räumlichkeiten kaum noch zu finden. Im Gespräch erläuterte die Leiterin des Eigenbetriebes “JenaKultur” Margret Franz (im Bild rechts)  zunächst, dass die Kultur in Jena durch das besondere Konstrukt eines Eigenbetriebes Planungssicherheit über 5 Jahre hat. Das hat mich beeindruckt, hangeln sich doch KünstlerInnen und Initiativen in der Regel von Jahr zu Jahr, von Haushalt zu Haushalt. Ich überlege, ob ich Frau Franz nicht zu einer Anhörung des Kulturausschusses nach Berlin einlade. Denn diese Planungssicherheit fordern wir in Berlin über Parteigrenzen hinweg schon lange. Auch für das im Gespräch dominierende Raumproblem der Initiativen deutete sich eine Lösung an. Denn nicht immer ist die Suche nach privaten Räumen notwendig, aus meiner Sicht müssen wir unserer „eigenen Räume, also Schulen, Museen oder Rathäuser viel intensiver nutzen. Denn diese Gemeinschaftsgüter, „commons“ genannt, werden viel zu oft von den Verwaltungen als nicht nutzbar erklärt. Im konkreten Fall soll jetzt die Nutzung einer ehemaligen Berufsschule im Stadtteil Burgau geprüft werden.


„Notnagel“ fährt zum Aschermittwoch nach Gotha

Die Berliner Zeitung schreibt heute: „Seid doch dankbar, Linke!“ und meint damit unsere ausgeschlossene Rolle bei der Wahl des nächsten Bundespräsidenten. Angeblich können wir so die Rolle spielen, die uns die liebste ist: „Alle gegen uns. (…) Wir sind die Schmuddelpartei.“
Und dann bezweifelt die Zeitung, ob diese Schmuddelpartei überhaupt jemanden finden wird, der sich von ihr als Kandidatin oder Kandidat aufstellen lassen wird.
Schließlich gibt die Zeitung uns den Rat „einen tapferen Notnagel Luc Jochimsen sollte die Linke sich und dem Publikum ersparen“.
Vielen Dank für den rührenden und fürsorglichen Hinweis.
Als tapferer Notnagel verkleidet, fahre ich heute nach Erfurt und Gotha. In Erfurt trifft sich die Jury, die den 2. Thüringer Frauenpreis der Linken auswählt. Am Abend findet der politische Aschermittwoch der Thüringer Linken in Gotha statt. In die „Bütt“ geht Dietmar Bartsch.


Neue Broschüre „Erfurt-Botschafter vorgestellt“

Die Broschüre „Erfurt-Botschafter vorgestellt“ präsentiert knapp 80 Persönlichkeiten aus dem Sport, der Kunst, aus Politik, Wirtschaft und viele weitere Personen, die sich mit Herzblut für die Stadt Erfurt und ihre Bewohner engagieren. Die Erfurt-Botschafter haben es sich zur Aufgabe gemacht,
den Bekanntheitsgrad der Stadt Erfurt in den eigenen spezifischen Netzwerken und mit Hilfe der bereitgestellten Instrumente, wie Imagefilm, Imagebroschüre oder ErfurtQuiz, zu erhöhen. Und darüber hinaus vielfältige Veranstaltungen, wie Jahrestreffen, Vereins-/ Verbandsmitglieder- versammlungen, Sport-Events oder Tagungen bis hin zu Kongressen, in Erfurt aktiv anzuregen und zu befördern.

Auch ich bin Erfurt-Botschafterin und unterstütze diese Initiative.


Neujahr, Neujahr, Neujahr in Erfurt – jetzt ist Schluss!

Neujahrsempfang in Thüringen
Neujahrsempfang in Thüringen
Sahra Wagenknecht, MdB
Sahra Wagenknecht, MdB

Den Abschluss im Reigen der Neujahrs- empfänge bildete in diesem Jahr der Empfang der Thüringer LINKEN. Im wunderschönen Festsaal des Rathauses hatte die Stadt- und Landespartei, die Landtagsfraktion und die Thüringer Landesgruppe der Bundestagsfraktion eingeladen – und mehr als 400 Gäste kamen. Für mich die Gelegenheit, alte Bekannte wieder zu sehen, neue Kontakte zu knüpfen und interssante Gespräche zu führen. Die beiden Hauptredner beriefen sich jeweils auf berühmte Bücher und Schriften.

Im Gespräch mit der Vizepräsidentin des Thüringer Landtages Birgit Klaubert und Jens Petermann, MdB
Im Gespräch mit der Vizepräsidentin des Thüringer Landtages Birgit Klaubert und Jens Petermann, MdB

Bodo Ramelow zitierte u.a. aus der Bibel: „Der Eine trage des Anderen Last“ – und stellte den Bezug zur völlig falschen Sozial- und Steuerpolitik

Im Gespräch mit OB Andreas Bausewein
Im Gespräch mit OB Andreas Bausewein

der Bundesregierung her. Sara Wagenknecht hatte sich das Grundgesetz vorgenommen und stellte die Frage, wo denn die wirklichen Verfassungsfeinde säßen. Eigentum verpflichtet – Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen, so heißt es in Artikel 2. „Wenn wir diesen Satz Ernst nehmen, dann sitzen die wahren Verfassungsfeinde in den Türmen der Deutschen Bank. Denn hier dient Eigentum nicht dem Gemeinwohl – sondern die Zocker und Finanzjongleure lassen die Gemeinschaft für ihre Fehler zahlen“ sagte sie unter dem Beifall der Gäste.


Unterwegs in Thüringen: Erinnerungsort und Botschafterin für Erfurt

Nach dem gestrigen Café Gedanken frei bin ich nun zwei Tage lang wieder in Erfurt und Weimar unterwegs. Heute stand zunächst ein Besuch des Erinnerungsortes Topf & Söhne in Erfurt auf dem Programm. Diese Firma lieferte der SS die Verbrennungsöfen für Buchenwald und Auschwitz, waren somit die „Techniker des Holocaust“. Die Pädagogische Leiterin, Frau Schubert, erläuterte mir die Geschichte und die Entstehung dieses Erinnerungsortes. Sie stellte klar, dass die Firma keinesfalls gezwungen wurde, diese Öfen zu produzieren. Sondern sich freiwillig zum Bau und zur Lieferung entschied und sich sogar damit rühmte, die Technik und die Effizienz der Ofen eigenständig weiter zu entwickeln. Ich diskutierte mit Frau Schubert ausführlich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Ethik und Wirtschaft und verwies unter anderem auch auf die Wissenschaftler, die mit großem Eifer die Atombombe entwickelten. Wohl wissend, damit ein Instrument zum massenhaften Töten von Menschen zu bauen.

Neben vielen Dokumenten, die auf erschreckende Weise den technischen Umgang mit dem Mord an Millionen von Menschen darlegen, wird aber auch der Opfer gedacht. Dieser Raum hat mich besonders beeindruckt. Hier kann man Berichte von Zeugen des Mordens lesen, von jüdischen Häftlingen, die gezwungen wurden, an den Öfen zu arbeiten. Die meisten dieser Zeugen wurden später selbst umgebracht, sie haben aber ihre schrecklichen Erlebnisse aufgeschrieben und vergraben um das Geschehen zu dokumentieren. weiterlesen …


Ein Nachtrag zum Neujahrsempfang

Die Thüringer Allgemeine berichtete in Ihrer Lokalausgabe Mühlhausen über unseren  Neujahrsempfang. Bitte Lesen und Weitersagen…!


Presseinformation aus Thüringen

Hier eine Pressemitteilung von Bodo Ramelow zur Gründung einer jüdischen Fakultät an der Universität Erfurt.

 

Die Universität Erfurt würde zum Zentrum des interreligiösen Dialogs

Die Ankündigung der Thüringer Ministerpräsidentin, im kommenden Jahr eine jüdische Fakultät an der Universität Erfurt gründen zu wollen, wird von Bodo Ramelow ausdrücklich begrüßt. „Damit würde die erste jüdische Fakultät in Deutschland in Erfurt entstehen und die Universität Erfurt zu einem Zentrum des interreligiösen Dialogs werden“, betont der Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Thüringer Landtag.

„Angesichts des angestrebten Weltkulturerbestatuts Erfurts hinsichtlich seiner einmaligen Zeugnisse mittelalterlicher jüdischer Kultur und im Spannungsbogen zwischen dem neu errichteten NS-Gedenkort Topf & Söhne und der alten Synagoge, in der der jüdische Schatz seit diesem Jahr gezeigt wird, bettet sich eine Fakultät der jüdischen Lehre sehr gut in diese Entwicklung ein“, erklärt der Landespolitiker.

Bodo Ramelow, der selbst Mitglied des Stiftungsrates der Leo Baeck Foundation ist und damit Vertreter des Abraham Geiger Kollegs, begrüßt es ebenfalls, dass schon im kommenden Jahr in Weimar an der Musikhochschule Franz Liszt die Kantorenausbildung einen festen Platz bekommt. „Mit der Kantoren- und der Rabbinerausbildung wäre es ein konsequenter Schritt, dies alles in einer Fakultät zu vereinen. Es ist eine Verbindung zwischen Forschung und Lehre und würde den gesamten Bereich von den aramäischen bis zu den hebräischen Schriften umfassen“, hebt Ramelow hervor und sagt: „Dies bettet sich wunderbar ein zwischen Papstbesuch und Lutherdekade und Erfurt würde damit zu einem zentralen Ort des religiösen Dialogs.“

ZUSATZ: Es bedarf sicher keines besonderen Kommentars: Ich fände es großartig, wenn Erfurt eine jüdische Fakultät erhielte.


Neujahr 1 & 2

Heute war ich beim Neujahrsempfang der LINKEN im Unstruth-Hainich-Kreis, in der Thomas-Müntzer-Stadt Mühlhausen zu Gast. Ich habe mich sehr über die Begrüßung des Kreisvorsitzenden Jörg Kubitzki gefreut, der mich „als eine von uns“ vorstellte. Und es stimmt, ich war schon sehr oft in Mühlhausen und komme immer wieder gern hierher.

Umrahmt von den sehr guten musikalischen Impressionen des Saxophonquintetts der Kreismusikschule eröffnete Thomas Bienert, Mitglied des Landesvorstands der LINKEN in Thüringen den Tag. Er begab sich auf einen sehr interessanten historischen Exkurs und beschrieb den Umbruch, den die Menschen vor 500 Jahre erlebten mit dem von heute. Der Erfindung des Buchdrucks, der Entdeckung der neuen Welt und dem Rücken der Sonne in das Zentrum des Universums stellte er die weltweite Finanzkrise, die Mordserie der Naziterroristen und die Unglaubwürdigkeit eines Bundespräsidenten Wulff und damit der Politik im Allgemeinen entgegen.

Nachdem die regionalen KandidatInnen für die Rathäuser in Herbsleben (Cordula Eger,links) und Mühlhausen (Jörg Kubitzki) ihr Programm präsentiert hatten, stellte ich den ZuhörerInnen die aktuelle politische Situation in Zusammenhang mit den Aufgaben der LINKEN dar. Scheinbar sind wir unseren großen politischen Zielen näher gekommen. Zum Beispiel dem Mindestlohn. Aber während auf der politischen Bühne über die Einführung (noch) gestritten wird, nehmen prekäre Beschäftigung und Leiharbeit weiter zu. Zum Beispiel dem deutschen Truppenabzug in Afghanistan. Während dieser vorbereitet wird, tobt dort der Krieg in unverminderter Härte weiter. Für mich ist und bleibt DIE LINKE der Stachel im politischen Fleisch, der ständig an das Mögliche erinnert.

Dazu muss DIE LINKE drei Punkte auf der politischen Agenda mit aller Kraft verfolgen: Zunächst muss sie für gerechtere Lohn-Arbeitsverhältnisse streiten. Dabei geht es nicht nur um die Höhe von Mindestlöhnen, sondern auch um gerechte Teilhabe der Menschen an ihren Arbeitsergebnissen und ihrer Arbeitssituation. Dann müssen wir uns für einen europäischen Sozialstatt einsetzen. Dem Europa des Kapitals und der Finanzmärkte müssen wir ein Europa der sozialen Gerechtigkeit entgegen setzen. Dies alles reicht aber nicht, wenn eine dritte Säule fehlt, nämlich der Erhalt unserer Gemeingüter. Diese Gemeingüter müssen für die Menschen zugänglich sein, sie werden durch teilen nicht weniger. Kunstwerke oder auch Wissen werden nicht kleiner wenn sie von vielen Menschen betrachtet oder vermittelt werden. Mühlhausen ist dafür ein besonders gutes Beispiel. Hier sind viele solcher Gemeingüter, Kirchen, Bibliotheken und Kunstwerke erhalten. Wir müssen dafür sorgen, dass sie sichtbar, begehbar und begreifbar bleiben. Dazu soll auch unsere Veranstaltung „Kultur neu denken“ zum Thema Müntzer im Mai dieses Jahres in Mühlhausen beitragen. Wir wollen Müntzer in einen gesellschaftlichen und religiösen Zusammenhang stellen und ihn damit wieder in die Mitte des reformatorischen Diskurses zurück holen.

Gestern Abend war ich in Apolda Mitveranstalterin beim Neujahrsempfang der LINKEN. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen Gabi Zimmer und Kersten Steinke sowie der LINKEN aus Weimar und dem Weimarer Land hatten wir in die Stadthalle geladen. Frank Lange, der neue Kreisvorsitzende, eröffnete einen unterhaltsamen Abend mit viel Kultur und politischen Gesprächen. Für die Kultur hatten wir den Kabarettisten Uli Masuth eingeladen, der mit Ausschnitten aus seinem Programm „Ein Mann packt ein“ begeisterte.

In kurzen Statements skizzierten die anwesenden Abgeordneten die Schwerpunkte ihrer Arbeit im europäischen Parlament und im Bundestag. Für mich ist der Weg hin zu fairen und sicheren Arbeitsverhältnissen, insbesondere im Bereich der sogenannten Kreativwirtschaft einer der Hauptaufgaben im Jahr 2012.

Daneben hatten auch die Kandidaten für das Apoldaer Rathaus (Michael Schade) und dem Landratsamt (Stefan Wogawa) Gelegenheit, sich zu präsentieren. Offenbar war auch der Reporter der Thüringer Allgemeinen von dieser Veranstaltung sehr beeindruckt. Denn heute morgen war dazu im Weimarer Regionalteil der Zeitung ein Artikel zu lesen, den sie hier herunter laden können (Spitzenkandidaten blicken auf die Wahl – TA vom 14.01.12) Und [HIER] noch ein weiterer – TA von 13.01.12…

 


Seiten: « 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 13 14 15 »

nach oben