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Publikationen

Bücher:

  • Zigeuner heute: Untersuchung einer Außenseitergruppe in einer deutschen Mittelstadt, Enke Verlag, Stuttgart, 1963
  • Hinterhöfe der Nation: Die deutsche Grundschulmisere, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1971
  • Sozialismus als Männersache oder kennen Sie ‘Bebels Frau’?: seit 100 Jahren ohne Konsequenz, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1978
  • Telegramme aus London, Konkret-Literatur-Verlag, Hamburg, 1986
  • Warenhaus Journalismus – Erfahrungen mit der Kommerzialisierung des Fernsehens, Picus Verlag, Wien, 2004
  • Dieses Jahr in Jerusalem. Theodor Herzl – Traum und Wirklichkeit, Aufbau Verlag, Berlin, 2004

Aufarbeitung „mit freundlichen Grüßen“

Unter diese Überschrift habe ich das Vorwort gestellt, das ich zu dem gerade erschienenen Briefwechsel-Buch „OST-WEST Denkstrukturen. Von den Mühen des Zusammenwachsens“ geschrieben habe. Kennengelernt habe ich die Autoren Hans Christange und Klaus Stenzel vor ein paar Jahren – durch die Veröffentlichung ihres ersten Bandes. Wie das damals alles war und was diesen Briefwechsel ausmacht, ist nun in meinem Vorwort zum zweiten Band nachzulesen:

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Als Abgeordnete bekommt man ja viele Zuschriften und auch viele Bücher, aber was da im Juni 2010 auf meinem Schreibtisch lag, war schon außergewöhnlich. Ein Briefwechsel zwischen einem Ex-Staatsanwalt aus Cottbus, geboren 1934 in Berlin und einem Studienrat aus Speyer, geboren 1960 ebenfalls in Berlin – allerdings im Westteil der Stadt. Briefe hin und her über 12 Jahre – von 1996 bis 2008. In gewisser Weise eine „unversöhnliche“ Auseinandersetzung – da wächst nichts zusammen, was zusammengehört – im Gegenteil. Die Autoren konstatieren selbst:

„Der inzwischen langjährige Briefwechsel ist grundsätzlich durch eine leider vorwiegend kontroverse Sicht auf die Existenz zweier deutscher Staaten seit 1949 einerseits und der gleichermaßen kontroversen Begleitung der jeweils aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung seit 1996 geprägt. Er hat aber auch zu einem Stück persönlichen Vertrauensverhältnis geführt.“

Und Klaus Stenzel fügt dann, speziell an mich gewandt hinzu:

 „Da Sie sich als ‚eine Vereinigerin zwischen Ost und West‘ mit diesem Politikfeld beschäftigen, hoffen wir, dass Sie Interesse an unseren bescheidenen Bemühungen finden, Verständnis fördernde Brücken zwischen Ost und West zu bauen“

So haben wir zueinander gefunden und am 20. Februar 2011 haben die beiden Autoren zum ersten Mal gemeinsam öffentlich Auszüge aus ihrem Briefwechsel gelesen. In Weimar, in einer monatlichen Sonntagsmatinee, die ich zusammen mit Gabi Zimmer, MdEP und Dirk Möller, dem Kulturausschussvorsitzenden des Stadtrates veranstalte.
Keine einfache Veranstaltung aber hochspannend und vor allem von einem Gedanken geprägt: Weitermachen! Weitermachen mit der Auseinandersetzung gerade an den Punkten, die strittig sind.
Gerade eine solche, offene, kontroverse, nichts auf beiden Seiten beschönigende Diskussion fehlt. Christange – Stenzel liefern sie uns, wir sollten sie nutzen.

Luc Jochimsen


Kann ein Kniefall unsterblich machen?

Zum Todestag von Willy Brandt am 8. Oktober hatte ich für die aktuelle Ausgabe von „BerlinInfo“ – einer Publikation der Berliner Linken – folgendes „Kalenderblatt“ geschrieben:


Kommentar zur CSU-ZDF-Medienaffäre

Ja, telefonieren will gelernt sein. Telefonieren vor einer Sendung, die man verhindern will. Aber auch telefonieren nach einer Sendung, die man auf keinen Fall wiederholt haben möchte.

Fangen wir mal mit der ersten Variante an: Ein sehr schönes Sonntag-Morgen-Telefongespräch hat es da gegeben, geführt vom CSU–Sprecher Hans Michael Strepp mit einem diensthabenden ZDF-Nachrichten-Redakteur.

„Strepp fragte, ob wir wüssten, dass weder die ARD noch Phoenix über den SPD-Landesparteitag (vom Sonntag, dem 21. Oktober, in Nürnberg, auf dem der Spitzenkandidat Ude nominiert wurde – Anm.d.R.) berichten würden. Er sei informiert, dass wir einen Beitrag planten. Weit davon entfernt, in das Programm reinzureden, wolle er aber doch rechtzeitig zu bedenken geben, dass es im Nachklapp Diskussionen geben könnte, wenn das ZDF im Alleingang sende“, erinnert man sich in Mainz.

Ein wahrhaft fürsorglicher Parteisprecher. Weit, ja ganz weit davon entfernt ins Programm reinzureden, möchte verhindern, dass es „Diskussionen“ gibt. Noch dazu im „Nachklapp“, was auch immer das ist.

WEITERLESEN auf www.linksfraktion.de


Kunst und Kultur waren für mich immer ein Lebenselixier

Mein Artikel aus der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „soziokultur“:

 

Politik war mein ganzes Leben hindurch zentrale Aufgabe. Allerdings jahrzehntelang als Journalistin, Autorin, Korrespondentin, Chefredakteurin. 2002 fragte mich die Linke, ob ich Interesse hätte, Politik aktiv mitzugestalten, als unabhängige Spitzenkandidatin in Hessen und 2005 dann auf der Landesliste Thüringens. Ich war mir nicht sicher, ob ich dafür geeignet wäre, aber der Versuch war es wert. Nach der gewonnenen Wahl 2005 übernahm ich mit großer Freude die Aufgabe der kulturpolitischen Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag. Kunst und Kultur waren für mich immer ein Lebenselixier, schon als Kind, vor allem während der schweren Nachkriegszeit. Nach dem Krieg gab es endlich wieder Theateraufführungen, Bibliotheken, Konzerte. Das bedeutete für uns damals neues Leben, Aufbruch. Kunst und Kultur kam in diesen Jahren eine besondere Bedeutung zu. Nach den Erfahrungen von Gewalt, Zerstörung und Diktatur konnte die wieder auflebende Kultur den Menschen helfen zu reflektieren, sie konnte Augen öffnen und Hoffnung machen. Kultur war damals – wie heute – Nahrung. Ein unverzichtbarer Grundbaustein der Daseinsvorsorge. Aber waren die Menschen in diesen Zeiten ausgehungert, so hört man heute, sie seien satt, übersatt. Hieß es noch in den siebziger Jahren, wir fordern „Kultur für alle“, so wird nun eine kulturelle Flutung, ein Übermaß an subventionierter Kultur diagnostiziert. Die kürzlich geführte öffentliche Debatte zum Thema „Kulturinfarkt“ warf ernsthaft die Frage auf, ob denn nicht auch die Hälfte der bestehenden kulturellen Einrichtungen genügen würden.

Ich sage: Nein, die Hälfte würde nicht genügen und auch das schon Bestehende ist noch lange nicht ausreichend. Wir brauchen mehr. Denn schauen wir auf die realen Zahlen, beträgt der Anteil der Kosten für Kulturförderung gerade einmal 1,7% am Gesamthaushalt, 0,3% am Bundeshaushalt. Deutschland – eine Kulturnation? weiterlesen …


Künstlerinnen in prekären Verhältnissen

Die 2. Ausgabe des feministischen Magazins „Lotta“ beschäftigt sich mit dem Problem, dass kaum eine Berufsgruppe von Niedriglöhnen, Teilzeitarbeit, befristeten Anstellungen oder dauerhaften Minijobs verschont bleibt. Das betrifft die Studentin ebenso wie die Kindergärtnerin. Und auch ein Großteil der Künstlerinnen ist arm dran, wie die Schauspielerin Yelka Marada in dem Magazin berichtet. „Lotta“ im PDF-Viewer

Folgender Beitrag von mir ist nun in dem Magazin veröffentlicht:


„Meine Woche“ in der Thüringer Allgemeine

Die Thüringer Allgemeine lässt in ihrer Serie „Meine Woche“ Abgeordnete aus Thüringen zu Wort kommen, die über ihre Pläne, Treffen und Termine der kommenden Tage berichten. Im Teil 10 dieser Reihe, der am Montag erschienen ist, gebe nun ich einen Ausblick auf diese Woche, nachgefragt von TA-Redakteur Wolfgang Suckert:

Die kommende Woche beginnt für mich am Montag um 12.00 Uhr in München. Der Unterausschuss für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik hält eine auswärtige Sitzung mit dem Präsidium der Goethe- Institute in der bayerischen Hauptstadt ab. Es geht um die benötigten Gelder für 2012, neue Schwerpunkte, vor allem auch um Initiativen im arabischen Raum.
Rückflug um 18.50 Uhr.
Am Dienstagmorgen um 8.00 Uhr muss ich mich eigentlich zweiteilen. Die thüringisch-hessische Landesgruppe meiner Partei trifft sich und 15 Minuten später setzen sich die Obleute des Unterausschusses Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik zusammen. In einem Fall geht es um die Ost-West-Arbeit unserer Fraktion, im anderen auch um die Erfahrungen in Peking während der Ausstellungseröffnung „Kunst der Aufklärung“ und die Verhaftung des Künstlers und Bürgerrechtlers Ai Weiwei. Nur gut, dass beide Treffen im Abgeordnetenrestaurant stattfinden. Da sind die Wege nicht allzu lang.
Der Nachmittag wird beherrscht von der Fraktionssitzung mit dem schwierigen Thema: „Auswirkungen der Wahlschlappen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg auf unsere Arbeit“.
Hoffentlich habe ich dann noch die Kraft und den Elan, ins Berliner Ensemble zu gehen, da lockt nämlich die Premiere von Frank Wedekinds „Lulu“ in der Regie von Robert Wilson. Da wäre ich gerne dabei. Mittwochmorgen muss Büroarbeit erledigt werden. Ab 14.00 Uhr beherrscht dann die Arbeit im Kulturausschuss alles. Erst das Obleute-Gespräch, dann die Sitzung. Diesmal besonders spannend: Der Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) wird die zwei Siegerentwürfe des Wettbewerbs für das Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin vorstellen und den Ausschuss zur Mitentscheidung auffordern. Anschließend folge ich als Vorsitzende der deutsch-irischen Parlamentariergruppe einer Einladung des Botschafters von Irland, Dan Mulhall, zu einer besonderen Geschichtslektion: Vor 90 Jahren wurde in Deutschland die erste Vertretung Irlands errichtet und machte auf den Unabhängigkeitskampf aufmerksam. Das war im Jahr 1921, also mitten in der Weimarer Republik.
Das ist also nur die erste Wochenhälfte was dann noch kommt sind unter anderem einige Plenarsitzungen, eine Konferenz der kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Linken aus allen Bundesländern am Freitag und am Sonntag das Café „Gedanken frei“ in Weimar.


Neue Reihe im Magazin KMP: PolitikerInnen und ihr kultureller Standpunkt

Gerade ist das Magazin Kultur.Medien.Politik (kurz KMP) mit meinem Artikel unter der Überschrift „Das K in DIE LINKE steht für Kultur“ erschienen.

Im Rahmen einer Serie werden prominente PolitikerInnen nach ihren Standpunkten in der Kulturpolitik befragt.

Meinen Standpunkt im kompletten Artikel:

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„Sollte es einen Vertriebenen-Gedenktag geben?“

Zu dieser Frage veröffentlichte die Braunschweiger Zeitung gestern ein Pro & Contra. Thomas Strobl, Bundestagsabgeordneter der CDU befürwortet das Vorhaben, den 5. August zum Gedenktag für die nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebenen Deutschen zu machen: „Das ist ein Zeichen der Verbundenheit.“ Ich halte dagegen und sage, dass das der bisherigen Versöhnungsarbeit schadet. Hier meine ausführliche Begründung:

Nein! – Deutschland gedenkt  am 27. Januar jeden Jahres aller Opfern des Nationalsozialismus. Hier sind auch die Opfer der Vertreibungen infolge des Krieges mit eingeschlossen.
Es ist ein geschichtspolitisch falsches Signal, den 5. August als Datum für einen neuen, den Vertriebenen gewidmeten Gedenktag zu wählen. Die Charta der Heimatvertriebenen vom 5. August 1950 kann von niemandem guten Gewissens als Gründungsdokument der Bundesrepublik betrachtet werden. Als hoch kontroverses Zeitzeugnis muss sie in ihrem historischen Kontext verortet werden.
Es ist ein Skandal, dass das Parlament mit der Zustimmung zu dem Antrag der Regierungskoalition auch den Verfassern der Charta Zustimmung im Namen der Aussöhnung zuspricht. Die Mitverfasser und Unterzeichner der Charta waren in einem so gravierenden Maße an den Verbrechen der Nationalsozialisten beteiligt, dass ein kommentarloser Bezug  auf die Charta niemals einen Beitrag zur Versöhnung darstellen kann. weiterlesen …


Kulturelle Teilhabe aller sichern

„Was muss passieren, damit kulturelle Kinder- und Jugendbildung in der Erfolgsspur bleibt? Welche kultur-, jugend- und bildungspolitischen Ziele verfolgt Ihre Bundestagsfraktion dabei und welche Handlungsschritte sind dafür notwendig?“

Diese beiden Fragen habe ich – wie auch die kulturpolitischen Sprecher der anderen Bundestagsfraktionen – für das aktuelle Heft infodienst – Das Magazin für kulturelle Bildung wiefolgt beantwortet:

Kulturelle Bildung und kulturelle Teilhabe sind Grundrechte, die für alle Menschen gesichert werden müssen, unabhängig davon aus welcher sozialen Gruppe oder welchem kulturellen Milieu sie stammen. Das ist eine Querschnittsaufgabe verschiedener Politikfelder. Zweifellos ist in den letzten Jahren viel im Bereich der kulturellen Bildung geschehen – dennoch sind wir von Chancengleichheit in der Bildung wie auch bei der kulturellen Teilhabe noch meilenweit entfernt, wie auch die aktuelle PISA-Studie belegt. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen sozialen Schichten sind alarmierend. Es ist eine neue Art von „Klassengesellschaft“ mit höchst ungleichen Bildungschancen entstanden, die wir nicht hinnehmen können. Gute Bedingungen für die kulturelle Teilhabe aller, insbesondere für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Schichten zu schaffen, ist eine Herausforderung an die gesamte Gesellschaft. Wir brauchen einen Pakt aller Verantwortlichen über Ressortgrenzen, Ebenen und Zuständigkeiten hinaus. Es muss uns gelingen, Modellprojekte wie z.B. „Jedem Kind ein Instrument“ auf möglichst alle Kinder auszudehnen. Das gebietet schon das Gleichheitsgebot. Wir müssen nicht nur Vorhandenes sichern, sondern auch neue Wege kultureller Bildung und Vermittlung gehen – gerade in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise. weiterlesen …


Kolumne für das „Neue Deutschland“

Für die Wochenend-Ausgabe habe ich eine Gastkolumne zu Wikileaks und den Folgen geschrieben. Für mich stellen sich in diesem Zusammenhang drei entscheidende Fragen, die ich in meinem Beitrag auf der Titelseite gestellt und behandelt habe:
Was wird aus der Diplomatie? / Wie viel Transparenz verträgt eine Gesellschaft? / Hat Freiheit keine Grenzen?

Lesen Sie im Folgenden oder unter www.neues-deutschland.de den Text:

Es gibt schon erstaunliche Kommentare zur Causa Julian Assange. Nehmen wir die Financial Times Deutschland vom 8. Dezember. »Justitia sei blind«, heißt es da und »seit gestern steht fest, dass sie auch kein Gespür für Timing hat.«
Ausgerechnet auf dem »Höhepunkt einer Hetzkampagne«, laut FTD, wird der Mitgründer der Enthüllungswebsite festgesetzt – von den Briten wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung, aus Schweden. Eine »skandalträchtige« Festnahme – wohl war. Und wahr ganz sicher auch die Prognose: Selbst wenn es so gelingen sollte, Julian Assange »von der Bildfläche verschwinden« zu lassen – Wikileaks wird bleiben oder eine Nachfolge-Plattform entstehen. Und in der Tat: Auf dieses Szenario müssen wir uns einlassen und deshalb stelle ich folgende Fragen: weiterlesen …


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