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Publikationen

Bücher:

  • Zigeuner heute: Untersuchung einer Außenseitergruppe in einer deutschen Mittelstadt, Enke Verlag, Stuttgart, 1963
  • Hinterhöfe der Nation: Die deutsche Grundschulmisere, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1971
  • Sozialismus als Männersache oder kennen Sie ‘Bebels Frau’?: seit 100 Jahren ohne Konsequenz, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1978
  • Telegramme aus London, Konkret-Literatur-Verlag, Hamburg, 1986
  • Warenhaus Journalismus – Erfahrungen mit der Kommerzialisierung des Fernsehens, Picus Verlag, Wien, 2004
  • Dieses Jahr in Jerusalem. Theodor Herzl – Traum und Wirklichkeit, Aufbau Verlag, Berlin, 2004

Kleiner Rückblick: Mein Artikel „Bringt Orbán die Roma voran?“

Im Ossietzky 21 erschien der Artikel, der sich mit der Problematik um Roma und Sinti in Europa auseinandersetzt – ausgehend von meinen Eindrücken, die ich in Ungarn und Belgrad auf der Delegationsreise mit dem Ausschuss für Kultur und Medien gewonnen habe. Hier der Artikel:

Der ungarische Regierungschef Orbán hat eine bemerkenswerte Ankündigung gemacht: Ungarn werde, wenn es ab Januar 2011 die Europäische Ratspräsidentschaft übernimmt, die Lebensverhältnisse der Roma zu einem Schwerpunktthema der EU machen. Endlich – ist man versucht zu sagen. Aber dann stellt sich die Frage: Was bedeutet es, wenn gerade Orbán das ankündigt? Worauf will er hinaus, dieser eher rechtsgerichtete Politiker, der bei der Wahl im Frühjahr eine Zwei-Drittel-Mehrheit für seine christlich-konservative Partei erreicht hat, mit der er alle wichtigen Posten im Staat besetzen und alle Gesetze durchbringen kann, die er will, einschließlich einer ganz neuen Verfassung? Was wird er zustande bringen? Humane Lebensverhältnisse für die größte Minderheit Ungarns? Jobs, Bildung und Wohnungen statt Arbeitslosigkeit, Analphabetentum und Elendsquartieren? weiterlesen …


Savoir vivre – im Namen Gottes

Reise nach Teheran. Kaum ein westlicher Politiker besucht noch die iranische Hauptstadt. Wenn, dann trifft er auf einen modernen, weltoffenen Moloch

Unter dieser Überschrift ist heute in der Wochenzeitung eine Zusammenfassung meiner Iran-Impressionen abgedruckt:

Eine Woche im Iran – mehr Gegensätze kann es kaum geben. Gegensätze zwischen den mitgebrachten Vorurteilen, den Erfahrungen und Erlebnissen. Gegensätze aber auch innerhalb der Erfahrungen selbst. Eine Fahrt mit der Achterbahn. Wenn sie zum Anhalten kommt, steigt man aus und muss sich erst wieder zurechtfinden. Vorher allerdings muss man sich rechtfertigen: warum reist man überhaupt in ein Land wie den Iran? Warum spricht man mit Vertretern dieses Regimes? weiterlesen …


Artikel in „politik und kultur“ zur Auswärtigen Kulturpolitik

Die aktuelle Ausgabe der Zeitung des Deutschen Kulturrates hat bei den zuständigen KulturpolitikerInnen der fünf Bundestagsfraktionen nachgefragt, ob die Auswärtige Kulturpolitik der Regierung ein kostbares Aushängeschild oder bloß ein Kostenfaktor sei. Unter www.kulturrat.de ist die komplette Zeitung veröffentlicht – und lesen Sie im Folgenden meinen Artikel.

Im Koalitionsvertrag steht: „Wir werden die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik finanziell bestmöglich ausstatten.“ „Bestmöglich“ ist ein verräterisches Wort – außerdem schlechtes Deutsch. Und in der Realität kann dann von „bestmöglich“ auch keine Rede sein; denn der Haushaltsentwurf sieht erhebliche Einschnitte vor. Problematisch sind insbesondere die Kürzungen im Bereich der Allgemeinen Auslandskulturarbeit. Das betrifft vor allem das Goethe-Institut mit einem Minus von 7,8 Millionen Euro. weiterlesen …


„Ich, die Zählkandidatin“

Für die nun vorliegende Ausgabe unseres Fraktions-Magazins ‚clara‘, habe ich mich an die vier aufregenden Wochen meiner Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin erinnert – und herausgekommen ist der folgende Text:

Am Anfang war das Rätsel
31. Mai 2010, Bundespräsident Köhler gibt seinen Rücktritt bekannt – „mit sofortiger Wirkung.“
Die Nachricht erreicht mich im Hotel Neptun in Istrien, auf der früheren Tito-Insel Brioni. Deutsches Fernsehen auch dort, was einen Mann zeigt, der wie verstört wirkt und mich ratlos macht. Warum dieser Entschluss? Warum jetzt? Was soll das bedeuten? Ein Rätsel bis auf den heutigen Tag, gut drei Monate später.

Nach dem Rätsel kam die Hoffnung
Welch´ eine Chance für die Politik – für die Kanzlerin. Sie sagt ja immer: „Außergewöhnliche Umstände verlangen außergewöhnliches Handeln.“
Wie, wenn sich jetzt Vertreter aller fünf im Bundestag vertretenen Fraktionen um einen großen Tisch zusammensetzten und Namen sammelten – für eine Kandidatur.
Am besten einen Kandidaten für alle und wenn das nicht geht, einen Kandidaten der Regierung und einen der Opposition. Welch´ schönes Beispiel einer offenen Demokratie könnte das sein!

Nach der Hoffnung kam die Enttäuschung
Das war natürlich naiv. Drei Tage später gab uns die Kanzlerin ihren Regierungskandidaten bekannt – mit dem schönen Satz: „Christian Wulff wird ein wunderbarer Bundespräsident.“ Dann zogen SPD und GRÜNE ihren Joker: „Joachim Gauck – wir erhoffen er erhält auch viele bürgerliche Stimmen.“
So geht das also, dachte ich, ratz-fatz, partei-strategisch, partei-taktisch, partei-interessen-gesteuert… und mir war klar, dass ich, Wahlfrau Jochimsen, eine von 1224 Wahlfrauen und Wahlmännern weder Christian Wulff noch Joachim Gauck meine Stimme würde geben können, denn von linker Politik waren beide gleich weit entfernt – aus meiner Sicht waren das Kandidaten von der Rückseite des Mondes. weiterlesen …


Pranger bleibt Pranger – in welchem Forum auch immer

GRAZIADiese Frage stellt das wöchentliche Magazin GRAZIA in seiner aktuellen Ausgabe. In diesem Pro & Kontra sage ich NEIN und begründe dies wie folgt. Den Gegenpart vertritt Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der deutschen Polizeigewerkschaft.

Ein Pranger ist ein Pranger ist ein Pranger. Als Schulkinder haben wir gelernt, dass das An-den-Pranger-Stellen eines Menschen in inhumane Zeiten gehört: die frühen Gesellschaften, das Mittelalter. Und jetzt im Jahr 2010 diskutieren wir auf einmal darüber, ob der Pranger nicht doch ein angemessenes Mittel sei, die Bevölkerung vor aus der Haft entlassenen Sexualstraftätern zu schützen. weiterlesen …


Kultur trotz(t) Krise?

 

soziokulturFür die aktuelle Ausgabe des Magazins „soziokultur“ der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. habe ich folgenden Artikel geschrieben. Unter dem Titel „Gerade in schwierigen Zeiten“ äußern sich alle fünf kulturpolitischen SprecherInnen der Bundestagsfraktionen zum Praxisfeld der Soziokultur.

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Trotz ermutigender Ansätze und Initiativen von unten, die sich gegen einen Kahlschlag in Folge der Finanzkrise wehren, ist die kulturelle Infrastruktur in den Ländern und Kommunen derzeit massiv bedroht. Es ist keineswegs sicher, dass die Kultur der Krise trotzen kann und dass es gelingt, die vorhandene kulturelle Vielfalt zu erhalten. Die Bedingungen, sie zu gestalten, neue Wege zu gehen und dennoch das Ererbte zu pflegen, sind denkbar schlecht. Ich kann diese Krise nur schwer als Chance begreifen, engt doch der finanzielle Druck den Gestaltungsspielraum elementar ein. So bleibt für die Kommunen oft nur ein Entweder-Oder. Sie haben keine Möglichkeiten mehr zu entscheiden, was sie wollen: das Theater erhalten, den Jugendklub, das soziokulturelle Zentrum oder eine neue Initiative gegen rechts fördern. Sie haben für alles kein Geld mehr und – wenn sie sich in Haushaltsnotlage befinden – auch keinerlei Entscheidungsfreiheit, die sogenannten „freiwilligen Aufgaben“ weiter wahrzunehmen. weiterlesen …


Mein halbes Jahrhundert mit den Zigeunern

ZigeunerDer Autor Hans-Werner Kiefer hat gerade das Buch „Hommage an die Zigeuner“ veröffentlicht – das erste Buch seiner Art im deutschsprachigen Raum, das zu einem Dialog auf Augenhöhe zwischen Zigeunern und Nichtzigeunern beitragen will.

Schon früh habe ich mich mit dieser Thematik beschäftigt. 1961 promovierte ich an der Universität in Münster mit der Arbeit „Zigeuner heute – Untersuchung einer Außenseitergruppe in einer deutschen Mittelstadt“. Für diese nun vorliegende Publikation habe ich den Beitrag „Mein halbes Jahrhundert ‚mit den Zigeunern‘“ geschrieben.

Als Kind habe ich in Budapest und Wien gelebt.

In den drei Jahren, vorm Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und im ersten Jahr danach.
Da gab es viele Begegnungen mit Zigeunern.
Kesselflicker waren sie und als Scheren- und Messerschleifer kamen sie in die Vorder- und Hinterhöfe der großen Wohnblocks, wo wir Kinder spielten. Sie machten auch Musik und manchmal hatten sie Tanzbären dabei…

Das sind die frühen Erinnerungen. Dann veränderte der Krieg alles. Wir zogen „heim ins Reich“, erst nach Düsseldorf, dann nach Frankfurt am Main. Zigeuner gab es keine an diesen Orten in dieser Zeit. Nach dem Krieg, mit dem Beginn der Freiheit, der Demokratie erfahre ich als zehnjähriges Mädchen von der Verfolgung der Juden, der politischen Gegner des Regimes und auch der Zigeuner. In Frankfurt wurden Dokumentarfilme aus den KZ gezeigt, es gab Zeitungsartikel, Radiosendungen, auch unsere Lehrer klärten auf. Unsere schreckliche Schuld – mein Vater ist immer wieder darauf zurückgekommen.

Aber dann hatte ich eines Tages ein Erlebnis das alles veränderte. weiterlesen …


"Urheberrecht zwischen Schutz und Abschaffung"

Logo„Im Internet können Musik und Filme heruntergeladen werden, ohne dass die Urheber dafür entschädigt werden. Ist eine Pauschalabgabe auf Internetanschlüsse die Lösung?“ Diese Frage wird in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Das Parlament“ gestellt und die kulturpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen geben Antworten. Welcher Auffassungen Wolfgang Börnsen (CDU/CSU), Siegmund Ehrmann (SPD), Reiner Deutschmann (FDP) und Agnes Krumwiede (Bündnis 90/Grüne) sind, können Sie unter www.das-parlament.de nachlesen. Hier meine Meinung:

Eine Kulturflatrate im Sinne einer allgemeinen Medienabgabe auf das Internet ist problematisch. Sie führte zu Zwangsvergütung aller kostenfreier Inhalte, zu einem beständigen Streit um Vergütungsquoten und in ungeahnte Höhen. Schließlich sind nahezu alle Kulturgüter digital darstellbar und erhöhten eine pauschale Medienabgabe kontinuierlich. weiterlesen …


Sollte die Stasi-Überprüfung in Behörden verlängert werden?

Braunschweiger-Zeitung_mediumDiese Frage stellt heute die
„Braunschweiger Zeitung“ auf ihrer Meinungs-Seite und veröffentlicht dazu ein Pro & Contra. Ich sage NEIN – wie ich das begründe, können Sie nachfolgend in meinem Beitrag lesen. GANZ ANDERS sieht das der Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz (CDU), dessen Pro wir hier gerne dagegengestellt hätten, weil die Demokratie schließlich von Pro & Contra lebt. Doch leider ist die Zustimmung von Herrn Vaatz nicht zu erhalten.

BildDie Vergangenheit unseres 40 Jahre in zwei Gesellschaftssysteme getrennten und nunmehr seit 20 Jahren vereinten Landes verlangt eine Auseinandersetzung mit dem Umgang der Geschichte der DDR und ihrer Aufarbeitung einerseits und eine humane Gewichtung der Rechtsprinzipien, „Verjährung“ und „Verhältnismäßigkeit“ andererseits.

Unser Credo als LINKE lautet unmissverständlich:
JA, wir sind für die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit, und zwar je vertiefter und differenzierter, desto besser.
Aber wir sagen NEIN zu weiteren Überprüfungsfristen für den öffentlichen Dienst. Wir haben schon die Verlängerung der Überprüfungsfristen über 2006 hinaus abgelehnt, weil wir durch sie das Rechts-Prinzip der Verhältnismäßigkeit verletzt sehen. weiterlesen …


Was alles möglich ist!

clara_13in: clara (Nr. 13)

Unvergessen die Wahlnacht 2005: zu erleben wie Bundeskanzler Schröder die Kontrolle über sich verliert, über seine Gesichtszüge, über sein Lachen, über seine Gesten, über seine Worte … Sturz aus der Macht. Und dies zu erleben in einem Moment, in dem feststeht, dass ich Mitglied des Bundestages sein werde. Sehe ich dieses öffentliche Schauspiel einer Abwahl immer noch mit meinen »journalistischen« Augen oder schon mit »politischen«?

Die versteinerte Miene der Herausforderin, das müde Einmischen des Außenministers, der genussvoll hohe Ton des liberalen Chefs, das zufriedene Gesicht von Lothar Bisky … Beobachte ich das mit »journalistischem« oder »politischem« Blick?

Ich weiß nur, dass ich dachte: Wie gut, dass es eine Verfassung gibt, ein Parlament, feste Regeln, die sich Geschäftsordnung nennen. Und meine Neugier auf die Arbeit in diesem Rahmen einer Demokratie – sowieso das Motiv für meinen Wechsel in die Politik – meine Neugier wuchs in dieser Nacht. Der Machtwechsel in dieser Nacht war Ausgangspunkt für unsere politische Arbeit in dieser Legislaturperiode – und wir waren der Ausgangspunkt für diesen Machtwechsel. Die Zeit der alten Blöcke war vorbei. LINKS wirkte schon in diesem allerersten Augenblick. weiterlesen …


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