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Wer war Moses Hess?

Moses Hess war einer der ersten deutschen Sozialisten. Er wurde 1812 als Kind einer jüdischen Familie in Bonn geboren. Als politischer Aktivist und Publizist setzte er sich sein ganzes Leben lang für den Sozialismus und die sozialdemokratische Bewegung ein. Heute ist Moses Hess vor allem als Vorläufer des Zionismus bekannt. Schon 1862 entwarf er sein Konzept zur Errichtung eines jüdischen Nationalstaats. Hess, der lange Zeit in Paris lebte, kehrte immer wieder in das Rheinland zurück. Er starb 1875 in Paris.

„Klagt nicht die menschliche Natur an, wenn ihr Bosheit, Dummheit, Niederträchtigkeit, Unglück und jede Art von Elend in unserer Gesellschaft findet – klagt die unmenschlichen Verhältnisse an, die das beste, humanste, tätigste Geschöpf in Elend und Laster stürzen können.“ - Moses Hess, Über die Not in unserer Gesellschaft und deren Abhülfe

DIE ZEIT schrieb zu Beginn dieses Jahres: „Der Unbequeme – Radikaler Antikapitalist, glühender Europäer, Visionär eines universellen, egalitären Staates Israel – warum es wieder lohnt, an Moses Hess zu erinnern.“

Genau das soll in seiner Geburtsstadt Bonn anlässlich des 200. Geburtstages getan werden. Wir nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, seine wegweisenden Texte über Sozialismus/Kommunismus und Zionismus aus heutiger Sicht zu reflektieren. Über die Fragen der Emanzipation des Judentums, über die Notwendigkeit sozialistischer Gesellschaftsveränderung hat er mit einem gewissen Karl Marx gestritten, dem er in Köln begegnete. Diese Auseinandersetzung wollen wir wieder aufnehmen und die damaligen Fragen im Lichte der Gegenwart zu beantworten suchen.