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Lesung: „Es geschah am 13. Juli 2012″

Vor genau einem Jahr, am 13. Juli 2012 überfiel eine Gruppe Neonazis BesucherInnen einer Ausstellung vor dem Kunsthaus in Erfurt. Bei den anschließenden polizeilichen Maßnahmen wurde eine Streifenpolizistin schwer verletzt. Alle Zeugenaussagen bestätigen den rechtsradikalen Hintergrund der Täter, dennoch vergingen Tage bis alle offiziellen Stellen diesen Tatbestand bestätigen wollten.
Ich habe diesen Angriff zum Anlass genommen, mit einer szenischen Lesung alle Vorkommnisse während und nach Tat zu dokumentieren. Augenzeugen lasen aus Medienberichten, Veröffentlichungen, Interviews und weiteren Dokumenten. Das komplette Textbuch zu dieser Lesung finden Sie HIER.

Ich habe mich sehr über den großen Zuspruch zu dieser Veranstaltung gefreut. Fast 70 BesucherInnen drängten sich in den Räumen des Kunsthauses und dokumentierten ihre Solidarität mit den Betroffenen, allen voran Monique Förster und Dirk Teschner, dem Team vom Kunsthaus.

Ich machte am Ende der Veranstaltung noch einmal deutlich, worum es mir bei dieser Lesung ging: Bis heute wissen die Opfer des Anschlags nicht, wie die Justiz gegen die Täter vorgehen wird. Bis zum heutigen Tag ist keine Anklage erhoben, geschweige denn ein Täter verurteilt. Wenn der Staat die Opfer rechtsextremistischer Angriffe so allein lässt, dann ist das der große Skandal. Diese Lesung ist ein Appell an die Zivilcourage der Bürgerinnen und Bürger. Dieser Apell verpufft aber, wenn der Staat nicht selbst Gesicht zeigt und gegen die Nazitäter vorgeht. Sondern im Zweifelsfall diejenigen kriminalisiert, die Zivilcourage zeigen und sich den Nazitätern entgegen stellen. Der Fall Lothar König ist uns aktuell allen gegenwärtig.

Hier noch einige Impressionen von der Veranstaltung:

Die „Stadträte“ Erfurts v.l.: D. Adams, W. Beese, A. Blechschmidt, M. Plhak, K. U. Schierz

v.l. A. Neller, S. Font-Sala, D. Demming

r.: M. Henfling

K. Leary und der Regisseur der Lesung F. Sodann