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GERAde Kultur! Nix mit Dix?

Oder, wie kann ein Museumskonzept ohne Kunsthaus in der Otto-Dix-Stadt Gera ausehen?

Unter diesem Titel trafen sich am Sonnabend, um 11 Uhr im Geraer Clubzentrum COMMA viele kulturinteressierte Bürgerinnen und Bürger zu einer Veranstaltung – über Parteien und Fraktionen hinweg. Es ging um die Rettung des Kunsthauses Otto Dix, um die Zukunft der Stadt und das Bild, das sie von sich verbreitet haben möchte.
GERAde Kultur jetzt, GERAde Kultur hier war das Motto. 
Hier das Programm der Veranstaltung

Ich habe eine Rede mit dem Titel „Lebendige Demokratie braucht kulturelle Vielfalt“ gehalten. Zu sehen und zu hören [HIER] bei YouTube.

In der Diskussion: Günter Domkowsky, Dr. Birgit Klaubert, Dr. Gitte Heil, Sandra Schöneich (v.l.) Foto: Sirko Matz


Am Ende der dreistündigen Diskussion haben die Anwesenden eine RESOLUTION verabschiedet, mit der sie an Politik und Zivilgesellschaft appellieren, die einmalige Chance zu nutzen, ein Kunsthaus Otto Dix im spektakulären Gebäude des Architekten Chipperfield zu schaffen. Hier der komplette Text:

Hier die Resolution mit allen Unterzeichnern

Die Thüringische Landeszeitung kommentierte die Veranstaltung vorneweg wie folgt: „Und Die Linke tagt heute zu Geras Museumslandschaft mit oder ohne Kunsthaus. Mancher wertet es als ‚das Reiten toter Pferde‘, zumal die Fraktionsvorsitzende sich nach wie vor zum Kunsthaus bekennt.“
Ich sage dazu: Wie gut, dass die Fraktionsvorsitzende der Linken im Geraer Stadtrat, Margit Jung, das tut.

Auch die SPD Gera lehnt den Verkauf des Kunsthauses ab. In ihrer Pressemitteilung „Tafelsilber nicht verscherbeln!“ erklärt sie, warum man das Kunsthaus erhalten muss und wie das funktionieren kann.

Die Ostthüringer Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom Dienstag unter der Überschrift „GERAde Kultur! Linke hält am Kunsthaus fest“ über die Veranstaltung. Darin wird Margit Jung mit ihrem Fazit zitiert, mit dem sie uns allen aus der Seele sprach: „Die Konferenz hat uns darin bestärkt, dass es in Gera Menschen gibt, die mit uns um das Projekt Kunsthaus kämpfen wollen, es lohnt sich!“

Linke hält an Kunsthaus in Gera fest

Konferenz der Stadtratsfraktion der Linken sieht in Kunsthaus Basis und Dach für die Museums- und Ausstellungslandschaft Geras und die Zukunft der Otto-Dix-Stadt.

Gera. „Die Konferenz hat uns darin bestärkt, dass es in Gera Menschen gibt, die mit uns um das Projekt Kunsthaus kämpfen wollen, es lohnt sich!“ Das war das Fazit, das Margit Jung , Fraktionschefin der Linken im Geraer Stadtrat, am Sonnabend vor den Teilnehmern der vierstündigen Konferenz um das Museumskonzept und die Perspektive für das Kunsthaus zog. „GERAde Kultur!“ hatte die Linke-Stadtratsfraktion diese Kulturtagung als Aufforderung zu zukunftsorientierter Kulturpolitik getitelt. Neben Lukrezia Jochimsen , kulturpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Linken und Mitglied des Kunsthaus-Kuratoriums, die den emotionalen Redeauftakt gab, waren Politiker, Vertreter der Stadtverwaltung, der Museen, kulturinteressierte Bürger, Norbert Vornehmund Kunst- und Kulturschaffende der Einladung gefolgt. So sagte der Geraer Künstler Winfried Wunderlich, dass es beim Kunsthaus „nicht nur um Otto Dix, sondern auch die Würdigung der Gegenwartskunst geht.“ Gitta Heil, Projektleiterin der Höhlerbiennale, berichtete von nationalen und internationalen Reaktionen des Unverständnisses zur „Streichung“ des Kunsthauses. So bekam sie zu hören, „dass sich Gera eine größere Blamage nicht habe leisten können.“

In einer Erklärung zum Museumskonzept, die Margit Jung verlas, hieß es: „Wir treten weiter für das Kunsthaus ein, weil wir darin eine große Chance für die Entwicklung und Zukunft der Otto-Dix-Stadt Gera sehen.“ Das Haus biete Basis und Dach für die Museums- und Ausstellungslandschaft Geras. Durch das Projekt habe die Stadt Kunstwerke mit Millionenwert bereits erhalten oder zugesagt bekommen. Bei Fallenlassen drohe der Verlust zugesagter Gelder. Parteipolitische Grabenkämpfe brächten weder das Projekt noch die Stadt Gera voran. Die Resolution wurde von vielen Teilnehmern unterzeichnet.

Elke Lier / 27.11.12 / OTZ