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Aufarbeitung „mit freundlichen Grüßen“

Unter diese Überschrift habe ich das Vorwort gestellt, das ich zu dem gerade erschienenen Briefwechsel-Buch „OST-WEST Denkstrukturen. Von den Mühen des Zusammenwachsens“ geschrieben habe. Kennengelernt habe ich die Autoren Hans Christange und Klaus Stenzel vor ein paar Jahren – durch die Veröffentlichung ihres ersten Bandes. Wie das damals alles war und was diesen Briefwechsel ausmacht, ist nun in meinem Vorwort zum zweiten Band nachzulesen:

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Als Abgeordnete bekommt man ja viele Zuschriften und auch viele Bücher, aber was da im Juni 2010 auf meinem Schreibtisch lag, war schon außergewöhnlich. Ein Briefwechsel zwischen einem Ex-Staatsanwalt aus Cottbus, geboren 1934 in Berlin und einem Studienrat aus Speyer, geboren 1960 ebenfalls in Berlin – allerdings im Westteil der Stadt. Briefe hin und her über 12 Jahre – von 1996 bis 2008. In gewisser Weise eine „unversöhnliche“ Auseinandersetzung – da wächst nichts zusammen, was zusammengehört – im Gegenteil. Die Autoren konstatieren selbst:

„Der inzwischen langjährige Briefwechsel ist grundsätzlich durch eine leider vorwiegend kontroverse Sicht auf die Existenz zweier deutscher Staaten seit 1949 einerseits und der gleichermaßen kontroversen Begleitung der jeweils aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung seit 1996 geprägt. Er hat aber auch zu einem Stück persönlichen Vertrauensverhältnis geführt.“

Und Klaus Stenzel fügt dann, speziell an mich gewandt hinzu:

 „Da Sie sich als ‚eine Vereinigerin zwischen Ost und West‘ mit diesem Politikfeld beschäftigen, hoffen wir, dass Sie Interesse an unseren bescheidenen Bemühungen finden, Verständnis fördernde Brücken zwischen Ost und West zu bauen“

So haben wir zueinander gefunden und am 20. Februar 2011 haben die beiden Autoren zum ersten Mal gemeinsam öffentlich Auszüge aus ihrem Briefwechsel gelesen. In Weimar, in einer monatlichen Sonntagsmatinee, die ich zusammen mit Gabi Zimmer, MdEP und Dirk Möller, dem Kulturausschussvorsitzenden des Stadtrates veranstalte.
Keine einfache Veranstaltung aber hochspannend und vor allem von einem Gedanken geprägt: Weitermachen! Weitermachen mit der Auseinandersetzung gerade an den Punkten, die strittig sind.
Gerade eine solche, offene, kontroverse, nichts auf beiden Seiten beschönigende Diskussion fehlt. Christange – Stenzel liefern sie uns, wir sollten sie nutzen.

Luc Jochimsen