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Jedes 4. Kind in Thüringen arm

„Die Defizite machen sich vor allem im Bereich der Bildung bemerkbar. 36 Prozent der Kinder aus armen Verhältnissen haben bei Sprach- und Spielverhalten Probleme, bei Kindern nicht armer Familien sind es lediglich 15 Prozent“, berichtet Hartmut Kaczmarek in der TLZ über Kinderarmut im Freistaat.

„In Thüringen leben deutlich mehr Kinder in Armut als im Bundesschnitt. Nach Berechnungen des Thüringer Kinderschutzbundes sind im Freistaat mittlerweile 68 000 Kinder von Sozialgeld, Sozialhilfe oder ähnlichen staatlichen Leistungen abhängig, das sind 25,5 Prozent – ein dramatischer Anstieg von 8,5 Prozent in nur einem Jahr. Bundesweit gelten 16,2 Prozent der Kinder als arm.

Die Folgen für die Kinder sind nach Angaben von Landesgeschäftsführer Carsten Nöthling gravierend: Sie verzichten auf Kindergeburtstage, Klassenfahrten, Kino aber auch auf Vereinszugehörigkeit. Soziale Bindungen gehen in die Brüche: 8,5 Prozent der armen Kinder geben an, keinen Freund oder Freundin zu haben, bei reichen Familien nur 2,7 Prozent.“

So erfahren wir im Bericht der „Thüringischen Landeszeitung“ vom 8. November 2006. Auch hier wird deutlich, wie unsinnig es ist, Kultur- gegen Sozialpolitik auszuspielen. Sozialpolitik ist zugleich Kulturpolitik!